ÖGUT-Umweltpreis 2018

Nachhaltige Kommune:

  • PREISTRÄGER: Entwicklung und Umsetzung der Methodik „räumliche Energieplanung“ in der Kleinstadt Gleisdorf
    Stadtgemeinde Gleisdorf
  • NOMINIERT: Jetzt ist Mülli da! – Müll trennen und profitieren
    Walter Galehr, Michael Loderbauer Tina Oberleitner
  • NOMINIERT: LED it schein - Umstellung der Wiener Seilhängeleuchten auf energiesparende, moderne LED-Beleuchtung
    Magistratsabteilung 33 – WIEN LEUCHTET

 

 

© Stadtwerke Gleisdorf
© Stadtwerke Gleisdorf

PREISTRÄGER:

Entwicklung und Umsetzung der Methodik „räumliche Energieplanung" in der Kleinstadt Gleisdorf

Stadtgemeinde Gleisdorf, Stadtwerke Gleisdorf, AEE INTEC Steiermark

20 % Bevölkerungswachstum innerhalb von 10 Jahren und weiter hohe Wachstumserwartungen stellen hohe Anforderungen an Infrastruktur, Flächenwidmung und Raumplanung, dazu gesellen sich Ziele im Bereich Klimaschutz und Lebensqualität. Die Stadt Gleisdorf leitete daher vor fünf Jahren einen Entwicklungsprozess ein, im Zuge dessen klar wurde, dass eine Abstimmung von Stadtentwicklungskonzept und Flächenwidmungsplan mit der räumlichen Energieplanung erforderlich ist.

Aufgrund der Komplexität und Neuheit dieses Themas wurde zum Wissensaufbau das Stadt der Zukunft-Forschungsprojekt „EnergyCityConcepts – Methoden und Strukturen der räumlichen Energieplanung am Beispiel der Stadt Gleisdorf und dem Salzburger Stadtteil Schallmoos" initiiert.

Ziel war eine hoheitliche, integrierte räumliche Energieplanung zu entwickeln und zu implementieren. Maßgeblich war dabei die Einbindung der Bevölkerung und aller relevanten Stakeholder. Ergebnisse daraus flossen bereits in das Stadtentwicklungskonzept, den Flächenwidmungsplan und in weitere Projekte ein (z.B. im Bereich Fernwärme, Sanierung, Förderimpulse, öffentlicher Verkehr, Radverkehr, gemeindeübergreifende Zusammenarbeit etc.).

Die Vorbildwirkung dieses Projekts liegt vor allem in der Umsetzung:

  • breite Einbindung der Bevölkerung (Vernetzung mit zwölf anderen Gemeinden) und von Stakeholdern, der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Energieversorgern und Partnern aus der Stadtverwaltung Salzburg in einem partizipativen Entwicklungsprozess
  • neue Wege bei der Methode zur räumlichen Datenverarbeitung mit Geoinformationssystemen (GIS) sowie der Akquise von Daten von jedem Haushalt
  • Verankerung der Ergebnisse in rechtlich verbindlichen Planungsinstrumenten

Die räumliche Energieplanung ist wesentlich zur Erreichung des Ziels einer CO2-neutralen Stadtgemeinde Gleisdorf in 2050.

Kontakt: Bgm. Christoph Stark, bgm@gleisdorf.at, www.gleisdorf.at

v.l.n.r.: Franz Mauthner (AEE Intec), Hermann Edtmaier (AEE Intec), Ingo Leusbrock (AEE Intec), Christian Fink (AEE Intec), Bernd Sengseis (Österreichischer Städtebund), Karl Hierzer (Stadtwerke Gleisdorf), Christoph Stark (Bürgermeister Stadt Gleisdorf), Rene Alfons Haiden (Präsident der ÖGUT), Monika Auer (Generalsekretärin der ÖGUT) © Fernanda Nigro
v.l.n.r.: Franz Mauthner (AEE Intec), Hermann Edtmayer (AEE Intec), Ingo Leusbrock (AEE Intec), Christian Fink (AEE Intec), Bernd Sengseis (Österreichischer Städtebund), Karl Hierzer (Stadtwerke Gleisdorf), Christoph Stark (Bürgermeister Stadt Gleisdorf), Rene Alfons Haiden (Präsident der ÖGUT), Monika Auer (Generalsekretärin der ÖGUT) © Fernanda Nigro
© Stadt Salzburg
© Stadt Salzburg

NOMINIERT:

Jetzt ist Mülli da! - Müll trennen und profitieren

Stadt Salzburg, Salzburg

Die Stadt Salzburg beschritt in diesem Projekt einen spielerischen Weg, um zu zeigen, dass es für alle profitabel sein kann, weniger (Rest-)Müll zu produzieren. Mehr als die Hälfte des Restmülls bestand aus wieder verwertbaren Anteilen wie Bioabfall, Glas, Papier, Kunststoffflaschen und Getränkekartons. Diese Restmüllmengen verursachen hohe Verwertungskosten und entziehen wertvolle Ressourcen der stofflichen Verwertung. Deshalb beschloss die Stadt Salzburg, die bevorstehende Gebührenanpassung mit ökonomischen Anreizstrukturen zu versehen. Die Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprojekt "Stadt:Dialog – Unser Müll 2016" bildeten den Grundstein für das Projekt "Jetzt ist Mülli da! – Müll trennen und profitieren".

Für ein besseres Mülltrennungsverhalten wurde das Online-Tool www.müllchecker.at implementiert: mit ihm kann man das eigene Abfall-Trennverhalten durchleuchten und Varianten durchrechnen. Die Spielregel: Wer besser trennt, gewinnt. Den BürgerInnen wird durch das neue angepasste Tarifmodell die Möglichkeit geboten, durch Müllvermeidung und bessere Trennung sowie die Verlängerung der Abfuhrintervalle von einer Woche auf 14 Tage Müllgebühren zu sparen. Alle LiegenschaftsbesitzerInnen erhielten über unterschiedlichste Kanäle (Stadt:Dialog, Postwurf, persönliche Hausbesuche und in Kindergärten) Informationen zum neuen Gebührenmodell. Somit erlangte das Thema Mülltrennung wieder Präsenz in der Bevölkerung.

Das angestrebte Ziel, die Restabfallmenge um zumindest 500 t zu senken, wurde mit 900 t (-2,5 %) deutlich übertroffen. Die getrennt erfassten Altstoffmengen stiegen bei Altpapier und Kartonagen um 410 t (+3,4 %), bei Kunststoffflaschen und Getränkekartons um 1 %, bei Bioabfall um 1,2 % und bei Elektroaltgeräten um 4,9 %. Rund 900 Liegenschaften nutzten das Angebot, das bereit gestellte Behältervolumen für ein höheres Trennziel anzupassen und Gebühren zu sparen. Für eine dauerhafte Reduzierung des Müllaufkommens finden weiterhin Projekte und Kampagnen statt.

Kontakt: Tina Oberleitner, tina.oberleitner@stadt-salzburg.at, www.stadt-salzburg.at/internet/wirtschaft_umwelt/abfall_abwasser/abfallservice.htm, www.müllchecker.at

Bernd Sengseis (Österreichischer Städtebund), Tina Oberleitner (Stadt Salzburg), Rene Alfons Haiden (Präsident der ÖGUT), Monika Auer (Generalsekretärin der ÖGUT) © Fernanda Nigro
Bernd Sengseis (Österreichischer Städtebund), Tina Oberleitner (Stadt Salzburg), Rene Alfons Haiden (Präsident der ÖGUT), Monika Auer (Generalsekretärin der ÖGUT) © Fernanda Nigro
© MA 33
© MA 33

NOMINIERT:

LED it schein - Umstellung der Wiener Seilhängeleuchten auf energiesparende, moderne LED-Beleuchtung

Magistratsabteilung 33 – WIEN LEUCHTET, Wien

Bis 2020 werden 50.000 sogenannte Seilhängeleuchten der Wiener Straßenbeleuchtung getauscht und durch klimafreundliche und wartungsarme LED-Leuchten ersetzt.

Die MA 33 – WIEN LEUCHTET hat sich sehr intensiv mit dem Thema LED beschäftigt und eine eigene LED-Leuchten-Familie entwickelt. Für das Konzept der Leuchten hat die MA 33 ein Gebrauchsmuster beim Österreichischen Patentamt erhalten.

Darüber hinaus wurde eine Finanzierungsmethode entwickelt, bei der die erreichbare Energieeinsparung für die Refinanzierung von neuen Leuchten verwendet werden soll. Diese Kombination aus moderner Beleuchtung und Finanzierungsplan bildet die Voraussetzung dafür, dass die gesamte Wiener Straßenbeleuchtung über einen Zeitraum von rund zehn Jahren auf LED umgestellt werden kann.

Das Konzept der neuen Beleuchtung der Stadt Wien ist überzeugend und einfach auf andere Städte übertragbar. Der Fokus auf Umweltaspekte wie „dark sky", Verringerung der Insektenanlockwirkung und Vermeidung von Lichtverschmutzung ist als sehr innovativ zu bewerten, ebenso wie die gesicherte Ersatzteilversorgung und die Trennung von Gehäuse und Leuchtmittel. Das Konzept kann mit wenig Aufwand an jede Kommune angepasst werden (bereits erfolgt in Lienz/Osttirol).

Durch die Umrüstung der rund 50.000 Stück Seilhängeleuchten bis Ende 2020 wird eine Energieeinsparung von mindestens 11.500 MWh und eine CO2-Reduktion von 60 % jährlich erreicht. Von 2020 bis 2026 werden auch alle Mastansatzleuchten getauscht.

Kontakt: Sonja Vicht, sonja.vicht@wien.gv.at, www.wien.gv.at/kontakte/ma33/index.html

Bernd Sengseis (Österreichischer Städtebund), Gerhard Grasnek (Stadt Wien, MA 33), Rene Alfons Haiden (Präsident der ÖGUT), Monika Auer (Generalsekretärin der ÖGUT) © Fernanda Nigro
Bernd Sengseis (Österreichischer Städtebund), Gerhard Grasnek (Stadt Wien, MA 33), Rene Alfons Haiden (Präsident der ÖGUT), Monika Auer (Generalsekretärin der ÖGUT) © Fernanda Nigro