ÖGUT-Umweltpreis 2019

Frauen in der Umwelttechnik (Sponsor: BMVIT):

  • PREISTRÄGERIN: Mag.a Dorothea Sulzbacher, MBA
  • NOMINIERT: Ing.in Martina Nossek MSc
  • NOMINIERT: Dr.in Tamara Pinterich

 

© Lite-Soil
© Lite-Soil

PREISTRÄGERIN:

Mag.a Dorothea Sulzbacher, MBA

Geschäftsführerin der Lite-Soil GmbH, Wien

Dorothea Sulzbacher ist seit 2015 Geschäftsführerin der Lite-Soil GmbH, einem Start-up zur Forschung und Entwicklung neuer wassersparender Produkte für den Garten- und Landschaftsbau.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaft sowie der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften startete sie ihre Karriere zunächst als Juristin der AK Oberösterreich, bevor sie zur OMV Aktiengesellschaft wechselte. Dort arbeitete sie sich von der Personalleiterin zur Alleingeschäftsführerin der OMV-Tochter „OMV Future Energy Fund GmbH" hoch, die für die Entwicklung Erneuerbarer Energien im Ölkonzern zuständig war. 2015 ergriff sie schließlich die Chance, sich mit einem umweltfreundlichen Produkt selbständig zu machen und gründete die Lite-Soil GmbH.

Wassersparende Bewässerungssysteme

Lite-Soil entwickelt Bewässerungssysteme, mit denen um bis zu 70 Prozent Wasser gegenüber Spritzbewässerung eingespart werden kann. Die wassersparende aktive Unterflurbewässerung hilft, Grünflächen vor Vertrocknung zu schützen und gleichzeitig die wertvolle Ressource Wasser effizienter zu verwalten – zwei in Zeiten des Klimawandels besonders wichtige Ziele.

„Frauen sollten öfter ,hier' schreien"

Die überzeugte Feministin setzt sich seit jeher engagiert für Frauen ein: „Meine ganz persönliche Erfahrung ist, dass sich Männer sehr oft viel mehr zutrauen", sagt die frühere Personalleiterin. Sie empfiehlt daher Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Berufen bzw. in der Forschung, öfter „hier" zu schreien, um ihr Know-how im Beruf einzubringen, „auch wenn es – zugegebenermaßen – oft nicht einfach und mit persönlichen Kränkungen verbunden ist".

Engagement für Frauen und Karriereweg

Die Jury zeigte sich beeindruckt von ihrem Engagement für Frauen sowie von ihrem Karriereweg. Die Juristin und Wirtschaftswissenschafterin schaffte es, sich in einem männerdominierten Technologieunternehmen durchzusetzen und ist heute Erfinderin mit eingetragenem Patent.

Website: www.lite-soil.com

v.l.n.r.: Theodor Zillner (BMVIT), Dorothea Sulzbacher (Lite-Soil GmbH), Rene Alfons Haiden (Präsident der ÖGUT), Monika Auer (Generalsekretärin der ÖGUT)
© Wien Energie / Christian Hofer
© Wien Energie / Christian Hofer

NOMINIERT:

Ing.in Martina Nossek MSc.,

Gruppenleiterin für Auftragsplanung und -steuerung Hausmüll und Wärme, Wien Energie GmbH, Wien

Martina Nossek ist seit 2016 bei Wien Energie tätig und leitet dort ein Team von zwölf MitarbeiterInnen. Schwerpunktmäßig plant und steuert sie die Aufträge für Instandhaltungstätigkeiten in thermischen und regenerativen Erzeugungsanlagen: Ihr Team serviciert u.a. Müllverbrennungsanlagen, Fernheizwerke, Photovoltaikanlagen sowie Wind- und Wasserkraftwerke, um die Versorgung der Stadt Wien mit Strom und Fernwärme sicherzustellen.

Leidenschaft für Technik und Organisation

Die Leidenschaft für Technik und Organisation begleitete Martina Nossek durch ihr bisheriges Berufsleben: Die Wienerin absolvierte zunächst eine HTL für Werkstoffingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Kunststoff- und Umwelttechnik. Danach sammelte sie als Data Manager und technische Projektleiterin erste Berufserfahrung, studierte berufsbegleitend Bioengineering und absolvierte anschließend den Masterstudiengang High-Tech Manufacturing.

Bei Wien Energie untersucht sie in einem angewandten Forschungsprojekt die Anlagenstillstände. Ziel ist es, auf Basis der Analyse von Ist-Daten ein standardisiertes Prüfverfahren von Müllverbrennungsanlagen zu entwickeln und dadurch die Planung zu optimieren.

„Über den Tellerrand hinaus Kompetenzen abgreifen"

Frauen und Mädchen für technische Berufe zu begeistern, beispielsweise im Rahmen von Traineeprogrammen oder über Messen wie Career Calling, ist Martina Nossek ein großes Anliegen. „Ich möchte junge Frauen dazu motivieren, auch mal über den Tellerrand hinaus ihre Kompetenzen abzugreifen", erklärt sie, denn: „Kreative Lösungsansätze und unsere offene Art sind wichtig für jedes Projektteam – besonders in der Umwelttechnik!"

Die Jury zeigte sich beeindruckt von dem fokussierten Karriereweg der jungen und technikbegeisterten Teamleiterin sowie von ihrem Engagement für Frauen in technischen Berufen.

Website: www.wienenergie.at

Zum ÖGUT-Umweltpreis WORDRAP mit Martina Nossek

v.l.n.r.: Theodor Zillner (BMVIT), Martina Nossek (Wien Energie), Rene Alfons Haiden (Präsident der ÖGUT), Monika Auer (Generalsekretärin der ÖGUT)
© Tamara Pinterich
© Tamara Pinterich

NOMINIERT:

Dr.in Tamara Pinterich

Engineer for Software Hybrid and Vehicle Functions, Robert Bosch AG, Wien

Tamara Pinterich arbeitet derzeit als Software- und Funktionsentwicklerin für Automobil-Steuergeräte in der Robert Bosch AG. Sie entwickelt Thermalsysteme von Fahrzeugen mit alternativen Antriebssystemen, konkret von Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeugen, um ressourcenschonendes Fahren bei hohem Fahrkomfort zu ermöglichen.

Spezialgebiet Aerosol- und Umweltphysik

Nach ihrem Physikstudium absolvierte Tamara Pinterich ein Doktorat im Spezialgebiet Aerosol- und Umweltphysik und forschte zwei Jahre am Brookhaven National Laboratory in New York. 2018 wechselte sie in die Industrie zur Robert Bosch AG. Sie entwickelt unter anderem modellbasierte Diagnosefunktionen bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen, Regelstrategien bei Brennstoffzellen-Fahrzeugen sowie Heiz- und Kühlstrategien, wenn Komponenten in Hybridfahrzeugen fehlerhaft sind.

Umweltrelevanter und zukunftsweisender Bereich

Die Jury würdigte Tamara Pinterichs Tätigkeit in einem sehr umweltrelevanten und zukunftsweisenden Bereich und verwies auch auf ihren herausragenden akademischen Werdegang: So erhielt sie für ihr Studium der Physik an der Uni Wien ein Leistungsstipendium und arbeitete bereits vor ihrer Doktorarbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an zwei FWF-Projekten mit. Zudem erhielt sie während ihrer Dissertation ein Stipendium im Rahmen des Excellence Programs der Universität Helsinki.

„Glaubt an euch!"

Frauen seien in naturwissenschaftlichen-technischen Berufen sowie in der Forschung unterrepräsentiert und wenig vernetzt, sagt Tamara Pinterich: „Obwohl sie meist eine höhere Ausbildung haben als ihre männlichen Kollegen, trauen sie sich – so meine persönliche Beobachtung – unbegründet weniger zu und sind weniger risikobereit. Deshalb appelliere ich an alle Kolleginnen, die in naturwissenschaftlichen oder technischen Berufen tätig sind: Glaubt an euch!" Die Physikerin leitete unter anderem ein Frauentutorium für Physikstudentinnen und wirkte als Role Model im Rahmen der EU Initiative „Science: It's a girl thing!" mit.

Website: www.bosch.at

Zum ÖGUT-Umweltpreis WORDRAP mit Tamara Pinterich

v.l.n.r.: Theodor Zillner (BMVIT), Tamara Pinterich (Robert Bosch AG), Rene Alfons Haiden (Präsident der ÖGUT), Monika Auer (Generalsekretärin der ÖGUT)