ÖGUT-Umweltpreis 2010

Kategorie „Monika Polster-Sonderpreis für betrieblichen Umweltschutz“: Klein- und Mittelbetriebe

  • HAUPTPREIS: XOLAR Renewable Energy Group GmbH
    Projekt: Solarfabrik der Zukunft
  • NOMINIERT: 1. Obermurtaler Brauereigenossenschaft in Murau reg.Gen.m.b.H.
    Projekt: Betrieblicher Umweltschutz als Zukunftsvorsorge
  • NOMINIERT: Göttin des Glücks OG
    Projekt: Fair Trade in der gesamten Produktionskette

Hauptpreis

XOLAR Renewable Energy Group GmbH
Projekt: Solarfabrik der Zukunft

Die XOLAR Renewable Energy Group ist seit 20 Jahren in der Branche der Solarthermie erfolgreich tätig. Im Rahmen einer Expansion galt es, ein neues Firmengebäude zu bauen, das den Grundsätzen des Unternehmens entspricht und einen hohen Innovationsgrad vor allem auch in Richtung Solarthermie aufweist. Das Ergebnis ist das erste europäische Industriegebäude in Passivhaus-Bauweise, das zur Gänze ohne konventionelles Heizsystem auskommt.

Das unter den Gebäuden liegende Erdreich wird als Wärmespeicher verwendet. Die vorhandenen Sonnenkollektoren mit einer Fläche von 1.100 m² wärmen das Erdreich unter der Produktionshalle in den ersten Jahren soweit durch, dass keine zusätzliche Heizenergie für die Halle notwendig ist. Durch dieses neuartige Heizsystem kommt es zu einer Heizkosteneinsparung von knapp 200.000,- Euro pro Jahr.

Neben dem innovativen Heizsystem standen auch andere Faktoren wie ökologische Baumaterialien, die Nutzung des Regenwassers für die Toilettenanlagen, die logistische Optimierung im Hinblick auf die Steigerung der Produktionskapazitäten und die Erhöhung der Arbeitsplatzqualität (angenehmes Raumklima, gleichmäßiges Temperaturniveau, helle Arbeitsplätze) im Vordergrund.

Nominiert

1. Obermurtaler Brauereigenossenschaft in Murau reg.Gen.m.b.H.
Projekt: Betrieblicher Umweltschutz als Zukunftsvorsorge

Die Brauerei Murau ist ein 500 Jahre alter Betrieb, der sehr stark in der Region verankert ist und schon sehr lange Zeit nach ökologischen Kriterien produziert. Die Brauerei Murau hat es sich zum Ziel gesetzt, die bestmögliche Technik anzuwenden, um den Umweltstatus des Betriebs stetig zu verbessern. Dazu gehört die Adaption und Optimierung aller betrieblichen Prozesse mit Blick auf Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Gesundheit der MitarbeiterInnen.

Unter Einbindung der MitarbeiterInnen und mit Hilfe eines umfassenden Umweltmanagementsystems werden jährlich alle Maßnahmen und deren Ergebnisse dokumentiert, analysiert und die Ziele für das nächste Jahr definiert. So konnten in 15 Jahren 220 Maßnahmen zum Thema Umweltschutz realisiert werden. Der Energieeinsatz wurde dabei um 19 % und damit gleichzeitig auch der CO2-Ausstoß verringert. Weiters wurden der Stromverbrauch (- 18 %), der Abwasseranfall (- 44 %), der Reinigungsmitteleinsatz (- 23 %) und der Gewerbeabfall (- 36 %) stark reduziert.

Neben der Einführung des Umweltmanagementsystems, eines Abfallmanagements und der Einhaltung von streng ökologischen Beschaffungskriterien bemüht sich die Brauerei Murau, den Betrieb immer am neusten Stand der Technik zu halten und als Vorbild für andere Betriebe voran zu gehen. Die Einstufung auf A+ nach den GRI-Richtlinien 2008, das AMA-Gütesiegel und das Österreichische Umweltzeichen sind ein sichtbares Ergebnis dieser Strategie.

Göttin des Glücks OG
Projekt: Fair Trade in der gesamten Produktionskette

Dieses Projekt zeigt, woraus der „Stoff der Zukunft“ ist und zeichnet sich vor allem durch das durchgängige und auf allen Ebenen eingehaltene Prinzip der Nachhaltigkeit aus.

“Göttin des Glücks” (GDG) ist das erste ökofaire Modelabel in Österreich, das FAIR TRADE zertifizierte Biobaumwolle verarbeitet. Das beinhaltet auch die faire Behandlung der ProduzentInnen in der gesamten Produktionskette vom Baumwollfeld über Spinnerei, Strickerei, Färberei bis hin zu Konfektion.

„Eine Wohlfühlkollektion, die Menschen ausbeutet und der Umwelt schadet, das geht einfach nicht.“ begründet Lisa Muhr die Entscheidung für das umfassende Konzept.

Durch Kooperation mit EZA Österreich gelang es, die gesamte Textilproduktion des Unternehmens nachhaltig zu gestalten. Darüber hinaus erhielt 2009 der Produktionspartner CRAFT AID die „GOTS Zertifizierung“ („Global Organic Textile Standard“) und ist – analog zum FAIRTRADE Siegel, das schwerpunktmäßig soziale Kriterien garantiert – das Pendant im ökologischen Bereich.

Durch diese beiden Zertifizierungen kann Göttin des Glücks die Erfüllung des für Textilien derzeit höchstmöglichen Standards sowohl im sozialen als auch im ökologischen Bereich für sich in Anspruch nehmen.