Windräder. (c) Hannes Warmuth/ÖGUT

Projekt

EU-Calculator: Trade-offs und Entwicklungspfade der Dekarbonisierung des Energiesystems

Ausgangssituation

Angesichts der voranschreitenden Klimawandels zählt die Minderung bzw. Eingrenzung der Erderwärmung mit all ihren negativen direkten und indirekten Folgen zu einer der größten globalen Herausforderungen. Der Übergang (Transition) zu einer nachhaltigen, CO2-armen Gesellschaft erfordert daher ein zwischen den Staatengemeinschaften abgestimmtes, entschiedenes Handeln. Als Voraussetzung dafür müssen die Wege (Handlungsoptionen und Maßnahmen) zur Erreichung der Ziele aufgezeigt und die politischen, sozio-ökonomischen, ökologischen und klimatischen Rahmenbedingungen bzw. Abhängigkeiten und Wechselwirkungen umfassend beurteilt werden.

Ziele

Das Projekt EU Calculator zielt darauf ab, mit Hilfe eines Open-Source-Modells Dekarbonisierungspfade und -szenarien zur Verringerung von CO2-Emissionen auf gesamteuropäischer Ebene abzubilden. Anforderungen und Auswirkungen werden nach Sektoren (u.a. Energieaufbringung, Energienachfrage, Lifestyles, grenzüberschreitende Energie- und Handelsströme, Wirtschaftsentwicklung, etc.) gegliedert und Abhängigkeiten bzw. Wechselwirkungen in Bezug gestellt. Eine online-basierte, interaktive Plattform ermöglicht dabei, Fragen im Zusammenhang mit der Energieabhängigkeit, der Versorgungssicherheit, der Aufrechterhaltung der Lebensqualität, technischen und sozialen Innovationen oder dem Wirtschaftswachstum zu behandeln. Individuell veränderbare Parameter ermöglichen es dem/der AnwenderIn auf einfache und leicht verständliche Art, international vereinbarte Klimaziele und die damit verbundenen Auswirkungen auf das heutige Energiesystem zu verstehen bzw. das Bewusstsein für Lösungen und Maßnahmen zu schaffen. Der Szenarienrechner ermöglicht dabei auch, Diskussions- und Entscheidungsabläufe im Rahmen von energie- und umweltpolitischen Strategieprozessen zu begleiten und systematisch Entwicklungspfade für die Energiezukunft aufzuzeigen.

Methodische Vorgangsweise, Inhalt

In dem interdisziplinär zusammengesetzten Konsortium, an dem neben der ÖGUT zwölf weitere Forschungspartner aus neun europäischen Ländern beteiligt sind, werden sowohl technische als auch sozio-ökonomische Fragestellungen im Zusammenhang mit der Dekarbonisierung des heutigen Energiesystems behandelt und in einem Modell abgebildet. Um die Komplexität zu verringern, wird sich unterschiedlich ausgeprägter Ambitionsniveaus (ambition levers) bedient, die alle energierelevanten Sektoren, technologische Veränderungen (wie z.B. breakthrough technologies) und soziale Innovationen, wie auch wirtschaftliche Handelsströme und Lifestyles berücksichtigen.

Beteiligungs-Prozesse, gemeinsam mit VertreterInnen europäischer Industrie- und Wirtschaftsverbände, der öffentlichen Verwaltung sowie Umweltorganisationen sollen dazu beitragen, eine umfassende und integrierte Sichtweise zu entwickeln, die als Grundlage energie- und umweltpolitischer Entscheidungen dient und die erforderliche Transformation begleitet.

Unterstützend werden leicht verständliche Lern-/ Erklärvideos entwickelt und MOOCs (Massive Open Online Courses) angeboten.

 

Geplante Ergebnisse

Mit dem EU Calculator wird ein transparentes Open-Source-Modell entwickelt, das auf der Grundlage wissenschaftlich abgesicherter Ergebnisse Entwicklungslinien hin zu einer kohlenstofffreien Wirtschaftsweise aufzeigt. Um die „Dekarbonisierungsagenda" in Angriff zu nehmen, braucht es vorab klare Handlungs- und Umsetzungsoptionen für EntscheidungsträgerInnen. Der EU Calculator erlaubt das Aufsetzen an bzw. die Erstellung von individuellen Transitionspfaden und ermöglicht gleichzeitig, verschiedene Optionen zu vergleichen sowie Herausforderungen und Wechselwirkungen zu verstehen.

Projektbeteiligte

Projektleitung in der ÖGUT:

Hannes Warmuth

ProjektmitarbeiterInnen der ÖGUT:

Daniel Berger, Beatrix Hausner, Andreas Veigl, Thomas Sturm

ProjektpartnerInnen:

  • Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (Projektleitung)
  • Imperial College of Science Technology and Medicine
  • Climact
  • Buildings Performance Institute Europe
  • Kobenhavns Universitet
  • Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne
  • University of East Anglia
  • Pannon
  • Climate Media Factory
  • T6 Ecosystems
  • SeeChangeNet
  • Technische Universität Delft

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