ÖGUT-Umweltpreis 2021

Preisträgerin in der Kategorie "Frauen in der Umwelttechnik"

Frauen vor! Der ÖGUT-Umweltpreis für „Frauen in der Umwelttechnik" wird an Expertinnen im Bereich angewandter umweltbezogener Forschung und Technologieentwicklung in Österreich vergeben, die in einem schwierigen Umfeld ihre Kompetenz zeigen und Karriere machen. (Sponsor: BMK)

Dr.in Tijen Seyidoglu
Dr.in Tijen Seyidoglu © privat

Dr.in Tijen Seyidoglu

Senior Scientist bei der FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH

Ihren Master und PhD in Chemieingenieurwesen hat sie in der Türkei (Ankara) erworben. Während ihrer Promotion und als Postdoktorandin war Tijen Seyidoglu für Forschungsaufenthalte in den USA und Deutschland: 2008/09 am Stevens Institute of Technology, Highly Filled Materials Institute (HFMI) in New Jersey, Hoboken und 2014/15 am Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT). Acht Jahre lang war sie leitende Systemingenieurin und F&E Ingenieurin bei der Roketsan Inc. in Ankara.

Seit 2018 ist sie Senior Scientist bei der FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH, dem Forschungsunternehmen der FH Wiener Neustadt. Sie arbeitet an der Entwicklung von Katalysatoren, die er ermöglichen, konzentrierten Wasserstoffperoxid bei Start- und De-Orbit-Operationen in der Raumfahrt einzusetzen. H2O2 ist umweltfreundlicher und sicherer als der bisher verwendete giftige und krebserregende Treibstoff Hydrazin, der in chemischen Triebwerken zum Einsatz kommt. Der Katalysator muss gegen hohe Temperaturen beständig sein und gute mechanische Eigenschaften aufweisen, um die rauen Bedingungen in der Zersetzungskammer zu überstehen.

Die Erforschung des Weltraums ist komplex, weil sehr viele Herausforderungen zu lösen und Schwierigkeiten zu überwinden sind. Für NASA und ESA ist die Entwicklung eines neuen und umweltfreundlichen Flüssigtreibstoffs und seine Verifizierung auf hohen Technology Readiness Levels (TRLs) ein wichtiges Ziel.

Die Forscherin legt sowohl beruflich als auch privat hohen Wert darauf, ökologisch ein Vorbild zu sein – bei der Auswahl der Verkehrsmitttel ebenso wie bei der Auswahl von Lieferanten. Dem Kindheitstraum, Astronautin zu werden, hat sie sich mit dieser Berufswahl so weit wie möglich angenähert und möchte auch andere Frauen dazu ermutigen: „Ich setze mich dafür ein, die Zahl der Frauen in technischen Berufen durch Mentoring und Unterstützung junger Mädchen und Frauen zu erhöhen. Ich möchte, dass die Stimme der Frauen gehört wird, so wie es Marie Curie und ihre Tochter getan haben."

Tijen Seyidoglu hat in einem männerdominierten Umfeld und in einem anspruchsvollen Forschungsbereich eine beeindruckende Karriere vorzuweisen. Die Jury überzeugte auch, dass sie einen großen Teil ihres Karriereweges außerhalb ihres Mutterlandes zurückgelegt hat.

v.l.n.r.: Monika Auer (ÖGUT-Generalsekretärin), Henriette Spyra (BMK), Bernadette Fina (AIT), Cornelia Diesenreiter (Unverschwendet), Tijen Seyidoglu (FOTEC), Andrea Reithmayer (ÖGUT-Präsidentin). © Katharina Schiffl