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Fünf Vorbild-Projekte mit Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit ausgezeichnet

Fünf Leuchtturmprojekte für zukunftsfähiges Bauen gewürdigt

Bundesminister Andrä Rupprechter zeichnete am Mittwoch in Innsbruck fünf besonders nachhaltige Architekturprojekte aus. Der Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit ist die höchste Auszeichnung der Republik Österreich für zukunftsfähiges Bauen. Damit würdigt das BMLFUW herausragende Gebäude und ermutigt zu Weiterentwicklungen und Innovationen. „Hochwertige Architektur und Energieeffizienz passen perfekt zusammen. Alle nominierten Projekte leisten einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele bis 2050 und tragen dazu bei, die österreichische Baukultur nachhaltig weiterzuentwickeln", so Rupprechter anlässlich der Verleihung.

Fünf Staatspreisträger aus 76 Einreichungen

Eine internationale Fachjury unter der Leitung von Roland Gnaiger nominierte aus 76 Einreichungen elf Projekte. Fünf davon wurden mit dem Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Bei den Preisträgerprojekten wurden die unterschiedlichste Bauaufgaben in Neubau und Sanierung, für Wohnen, Lernen, Arbeiten und Kulturgenuss in besonders gelungener Weise gelöst.

neunerhaus Hagenmüllergasse, Wien-Landstraße

  • Bauherr: neunerhaus – Hilfe für obdachlose Menschen; WBV-GPA Wohnbauvereinigung für Privatangestellte
  • Architektur: pool Architektur ZT GmbH
  • Fachplanung: teamgmi Ingenieurbüro GmbH (Energie), DR. PFEILER GmbH (Bauphysik), ste.p (Statik), Rajek Barosch Landschaftsarchitektur (Landschaftsplanung)

Der Verein „neunerhaus" gibt obdachlosen Menschen Hilfe zur Selbsthilfe; Wohnraum wird als zentrales Element der Integration verstanden. 79 Kleinstwohnungen sind trotz engem finanziellen Rahmen in Passivhausqualität mit Komfortlüftung errichtet worden. Ein begrünter Innenhof, Cafeteria und eine kleinteilige Erschließung ermöglichen zwanglose Begegnung und Rückzug auch außerhalb der eigenen vier Wände. Eine komplexe Bauaufgabe wurde gestalterisch, ökologisch und funktional souverän gemeistert.

Volksschule Edlach in Dornbirn, Vorarlberg

  • Bauherr: Amt der Stadt Dornbirn
  • Architektur: Dietrich | Untertrifaller Architekten ZT GmbH
  • Fachplanung: DI Bernhard Weithas GmbH (Bauphysik), TB Werner Cukrowicz Ingenieurbüro (Haustechnik), Heiss Farbe & Design (Farbplanung), gbd ZT GmbH und pn - statik DI Peter Nagy (Statik), stadtland Dipl. Ing. Thomas Loacker (Landschaftsplanung)

Die Volksschule aus den 1960er Jahren wurde abgebrochen und am selben Standort wieder neu aufgebaut. In sorgfältig komponierten Raumfolgen aus Klassen-, Gruppen- und Erschließungsflächen finden moderne Lernformen beste Bedingungen. Die abgesenkte, verglaste Aula ist Eingang und Treffpunkt. Mit Komfortlüftung, Photovoltaikanlage und Chemikalienmanagement ist das Gebäude auch ökologisch optimiert und bietet ein stimulierendes Umfeld für neue Lernmethoden.

Sanierung des Gemeindeamts Zwischenwasser in Muntlix, Vorarlberg

  • Bauherr: Gemeinde Zwischenwasser
  • Architektur / Generalplanung: HEIN Architekten
  • Fachplanung: DI Bernhard Weithas GmbH (Bauphysik), TB Werner Cukrowicz Ingenieurbüro (Haustechnik), Bauphysik und Bauökologie Lerchbaumer (Bauökologie), SSD Beratende Ingenieure ZT GmbH (Statik)

Das Gemeindeamt aus den 1930er Jahren wurde behutsam modernisiert, das Bürgerbüro auf Straßenniveau abgesenkt und mit großen Verglasungen barrierefrei zum Vorplatz geöffnet. Trotz kleinteiliger Struktur wirken die Raumfolgen in Holz und Glas großzügig. Nachtkühlung, Komfortlüftung und Chemikalienmanagement schaffen ein gutes Raumklima. Erneuerbare Energie liefern das gemeindeeigene Biomasseheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage. Das Amtsgebäude ist ein weiteres Beispiel für die nachhaltige Baukultur in der Gemeinde Zwischenwasser.

Plusenergie-Bürogebäude und Kulturkraftwerk oh456, Thalgau, Salzburg

  • Bauherr: sps-architekten zt gmbh & co kg
  • Architektur: sps-architekten zt gmbh
  • Fachplanung: Zivilingenieur-ARGE Lukas & Graml (Bauphysik), e+ engineering . Ingenieurbüro . Sieberer GmbH (Haustechnik), Blitz Power GmbH (Wasserkraft),ernst muthwill (Farbplanung), Reibenwein-Forsthuber ZT GmbH (Statik)

Neben kreativer Energie wird im „Kulturkraftwerk" in Thalgau auch erneuerbare Energie genutzt: Das eigene Wasserkraftwerk und die Photovoltaikanlage decken den Bedarf an Wärme und Betriebsstrom. Offen und variabel sind die Grundrisse, nahezu rahmenlos die innovativen Fenster in der hochgedämmten Fassade. Altbewährtes und Innovatives wurden mit Lust am Entwickeln zu einem einzigartigen Ort des Arbeitens, Nachdenkens, kulturellen Austauschs und Wissenstransfers verdichtet.

Montforthaus in Feldkirch, Vorarlberg

  • Bauherr: Stadt Feldkirch
  • Architektur: HASCHER JEHLE Architektur, mitiska wäger architekten
  • Fachplanung: IPJ Ingenieurbüro P. Jung GmbH (Gebäudesimulation/Bauphysik), DICK + HARNER / BHM Ingenieure (Haustechnik), LDE (Licht und Bühnentechnik), Bernard & Brunnsteiner (Statik)

Die Stadt Feldkirch hat ein neues Veranstaltungshaus errichtet, mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, für alle offen. Der organisch geschwungene Stahlbetonbau mit Natursteinfassade ist gekonnt in das Umfeld gesetzt und schafft qualitätsvolle Stadträume. Das lichtdurchflutete Foyer durchdringt alle Geschoße und erschließt Büros, Säle und Gastronomie. Komfortlüftung, Wärmepumpe und konsequente Abwärmenutzung sind Bausteine der überzeugenden Nachhaltigkeitsperformance. Ein Haus für alle Fälle.

Organisation

Die Organisation und Abwicklung erfolgt durch die Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT). Fachliche Unterstützung liefern die Kunstuniversität Linz und die pulswerk GmbH, ein Tochterunternehmen des Österreichischen Ökologie-Instituts.

Der Fachverband der Stein- und keramischen Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich sowie die Initiative „proHolz" unterstützen den Staatspreis.

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