Kinder sitzen in der Schulklasse

Projekt

Wie lernen Kinder und Jugendliche Kreislaufwirtschaft am Beispiel Kunststoff? – Projekt Loop it!

Kunststoffmengen steigen seit Jahrzehnten, doch nur rund 9,5 % des Bedarfs werden aus rezyklierten und weniger als 1 % aus biogenen Rohstoffen gedeckt; gebrauchte Kunststoffe werden überwiegend verbrannt. Gleichzeitig fehlt es an früher Bildung: Eine ARA-Studie zeigt, dass nur 85 % der jungen Erwachsenen ihren Abfall trennen, und während 58 % der befragten Akteure den Begriff Kreislaufwirtschaft kennen, sehen 62 % zusätzlichen Wissensbedarf. Hier setzt Loop it! an, das von Veronika Reinberg geleitet wird. Sie ist in der ÖGUT Expertin für Kreislaufwirtschaft. Das Projekt richtet sich an Volks- und Mittelschulen in Wien und Niederösterreich und läuft von Mai 2026 bis April 2028.

Wie kann Kreislaufwirtschaft am Beispiel Kunststoff alters- und gendergerecht vermittelt werden?

Kreislaufwirtschaft lässt sich nur dann nachhaltig verankern, wenn Kinder früh verstehen, dass Materialien Wert besitzen. Die zentrale Frage des Projekts lautet daher: Wie kann Kreislaufwirtschaft am Beispiel Kunststoff alters- und gendergerecht so vermittelt werden, dass Lehrpersonen sie eigenständig und dauerhaft weiterführen können?

Der Kern ist ein Train-the-Trainer-Ansatz: Lehrpersonen werden befähigt, praktische Recycling- und Lernaktivitäten selbstständig mit ihren Klassen durchzuführen. Statt einmaliger Workshops entsteht ein modulares, über ein Semester angelegtes Konzept aus vier aufeinander aufbauenden Workshops: „Kreislaufwirtschaft & Kunststoffe", „Umwelt & Konsum", „Materialanalyse" und „Kreislaufwirtschaft selbst gemacht", in dem Schüler:innen Kunststoffe sortieren, mit einer Miniatur-Trennanlage arbeiten und über eine mobile Spritzgussmaschine selbst zu neuen Produkten recyceln.

Workshops und Leitfäden

Als laufendes Projekt strebt Loop it! folgende Ergebnisse an:

  • ein erprobtes Workshopkonzept und Leitfäden zur eigenständigen Durchführung,
  • mindestens 30 geschulte Pädagog:innen,
  • einen Genderleitfaden für MINT-Projekte an Schulen sowie
  • Kooperationszuschüsse für Bildungseinrichtungen.

Projektkonsortium und Auftraggeber

Die ÖGUT übernimmt im Projekt den Lead. Die Analyse von Bedarfen und Angeboten im Bildungsbereich und die Konzeption von Weiterbildungsangeboten zu Kreislaufwirtschaft sind eines der Kernthemen des Ressourcen-Teams.

Umgesetzt wird Loop it! gemeinsam mit der Fachhochschule Wiener Neustadt, dem Biokunststoff-Pionier NaKu und dem Recyclingunternehmen Metran. Als Partnerschulen beteiligt sind das BRG6 Marchettigasse, das GRG Franklinstraße 21, die GTVS Alte Donau, die OVS Konstanziagasse und die Volksschule Bisamberg.

Das Projekt wird im Rahmen des FFG-Programms Talente regional durchgeführt und vom BMIMI gefördert.

Dieses Projekt wird von der ÖGUT (Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik) durchgeführt. Die ÖGUT ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation, die sich seit 1985 für eine nachhaltige Ausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft einsetzt. Als Plattform verbindet sie mehr als 130 Mitgliedsorganisationen und ist in sechs Themenbereichen tätig: Energie, Innovatives Bauen, Ressourcen & Konsum, Gender & Diversität, Partizipation und Sustainable Finance. Ihre Leistungen reichen von Strategieentwicklung und fachlicher Beratung über Forschung bis hin zu Moderation und Prozessbegleitung.

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