Expertinnen am Wort
Wie sich Versicherungen an den Klimawandel anpassen – eine Analyse der ÖGUT im Magazin BUSINESSART (02/2026)
Schäden und Ausfälle durch den Klimawandel belasten die Versicherungsbranche zunehmend; anhaltende Trockenheit setzt etwa die österreichische Landwirtschaft unter Druck. Der Klimawandel gehört damit zu den wichtigsten Risikotreibern im Tagesgeschäft der Versicherungen. Wie die Branche darauf reagiert, zeichnet der Beitrag „Wie sich Versicherungen an den Klimawandel anpassen" im Magazin BUSINESSART, Ausgabe 02/2026 nach.
Was ist der „Protection Gap" und warum wächst er?
Ein zentrales Thema ist die abnehmende Versicherbarkeit: Klimarisiken werden häufiger, intensiver und weniger vorhersehbar, die Versicherbarkeit verschlechtert sich in bestimmten Regionen selektiv. Neben Klimarisiken gewinnen auch Biodiversitäts- und Naturrisiken sowie Transitionsrisiken aus Regulierung, CO₂-Bepreisung und Marktveränderungen an Bedeutung.
„Nur rund ein Viertel der Klimaschäden in Europa ist versichert, etwa drei Viertel blieben unversichert", hält Andreas Rauter, Senior Advisor Sustainability der UNIQA, im Beitrag fest.
Versicherungen als nachhaltige Investorinnen
Großen Handlungsbedarf sehen Hasenhüttl und Muner-Sammer auf der Investmentseite: Als große institutionelle Investorinnen können Versicherungen Kapital gezielt in nachhaltige Geschäftsmodelle lenken. Der Beitrag verweist hier unter anderem auf die Österreichische Hagelversicherung, die mit Ausschlusskriterien in der Kapitalveranlagung arbeitet und ihr Gesamtportfolio jährlich extern durch die ÖGUT auf Nachhaltigkeit überprüfen lässt.
Welche regulatorischen Hürden bremsen die Branche?
Die wachsende Komplexität und Fragmentierung der Vorgaben, etwa EU-Taxonomie, Offenlegungs-Verordnung, CSRD und Solvency II, stellt die Branche vor erhebliche Aufgaben, weil Definitionen, Zeitpläne und Datenanforderungen nicht immer ausreichend harmonisiert sind.
Der konkrete Nutzen einer nachhaltigen Ausrichtung
Zugleich beschreibt der Beitrag die Chancen: widerstandsfähigere Portfolios gegenüber „Stranded Assets", robustere Geschäftsmodelle, neue Produktmärkte wie die Absicherung erneuerbarer Energien sowie eine nachhaltige Schadensregulierung nach dem Grundsatz „repair, don't replace".
Wenn Risiken steigen, steigen die Prämien
Das Fazit der Analyse: Unversicherbarkeit entsteht nicht abrupt, sondern schrittweise. Mit steigenden Risiken steigen die Prämien und im Extremfall kann Unversicherbarkeit eintreten.
Die ÖGUT begleitet seit Jahren die Entwicklung nachhaltiger Finanzierungs- und Veranlagungsinstrumente in Österreich und führt jährlich die Nachhaltigkeitszertifizierung von Vorsorge- und Pensionskassen durch.
Kontakt:
Susanne Hasenhüttl und Katharina Muner-Sammer, Sustainable Finance Expertinnen der ÖGUT, stehen für Fragen zu Sustainable Finance und nachhaltigem Risikomanagement in der Versicherungswirtschaft gerne zur Verfügung.