Eine leere, grüne, überdachte Bushaltestelle an einer Straße. Direkt dahinter ist ein unbepflanztes Feld und ein Himmel mit  bauschigen Wolken. Die Szene sieht sehr heiß aus.

Veröffentlichung

Bericht und Handlungsempfehlungen: Mobilitätsarmut in Österreich

Mobilitätsarmut beschreibt die Situation, in der Menschen aufgrund begrenzter Ressourcen oder fehlendem Zugang zu Verkehrsmitteln in ihren täglichen Aktivitäten eingeschränkt sind und ihre Bedürfnisse nicht mehr vollständig erfüllen können. Sie ist ein wachsendes soziales und wirtschaftliches Problem in Österreich, von dem etwa 6 % der Bevölkerung betroffen sind.

Die Ergebnisse zeigen: Mobilitätsarmut ist multidimensional

Die ÖGUT erarbeitete gemeinsam mit HERRY Consult eine nationale Definition der Mobilitätsarmut unter dem Gender- und Diversitätsaspekt. Das ist insbesondere deshalb so wichtig, da ohne gemeinsame, nationale Definition keine zielführenden Maßnahmen gesetzt werden können. Der Bericht bietet eine Grundlage für weitere Forschung im Bereich sozial gerechter und inklusiver Mobilität.

Mobilitätsarmut betrifft besonders häufig einkommensschwache Haushalte sowie vulnerable Gruppen wie Alleinerziehende, ältere Menschen, Personen mit Migrationsbiografie, mit Behinderungen oder mit atypischen Arbeitszeiten und 24-Stunden Betreuer:innen.

Handlungsoptionen für Politik und Mobilitätsleistende

Die Ergebnisse des Projekts "MuT - Mobilität und Teilhabe" zeigen, dass klassische öffentliche Verkehrsmittel zwar grundsätzlich Mobilität bereitstellen, in peripheren Regionen, bei besonderen zeitlichen Anforderungen oder für Personen mit speziellen Bedürfnissen aber den noch Lücken bestehen.

Aus diesen Erkenntnissen lassen sich praxisorientierte Handlungsoptionen ableiten, wie

  • subventionierte Tickets und Mobilitätsgutscheine für einkommensschwache Haushalte,
  • der bedarfsgerechte Ausbau und die flexible Anpassung öffentlicher Verkehrsangebote,
  • konsequente Barrierefreiheit,
  • leicht verständliche und mehrsprachige Informationsange bote,
  • die Förderung digitaler Kompetenzen sowie gezielte Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit im öffentlichen Raum.

Empfehlung: konsequent partizipativ und interdisziplinär

Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit eines interdisziplinären sowie insbesondere partizipativen Ansatzes, denn Verkehrspolitik allein ist nicht ausreichend, um Mobilitätsarmut wirksam zu bekämpfen. Stattdessen müssen sozial-, raum- und infrastrukturelle Maßnahmen verzahnt werden, um Überschneidungen unterschiedlicher Benach teiligungen sichtbar zu machen und gezielt anzugehen.

DOWNLOAD DES GESAMTEN BERICHTS

Den Bericht "MuT – Mobilität und Teilhabe Ergebnisbericht: Entwicklung einer österreichischen Definition von Erreichbarkeits- und Mobilitätsarmut" können Sie hier kostenfrei herunterladen: Download

Auftraggebende waren Klima- und Energiefonds, FFG und BMIMI.

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