ÖGUT-Umweltpreis 2025

Nominiert für den Sonderpreis "Erneuerbare Energie"

Verein zur Förderung der HTL1 Lastenstraße (Klagenfurt) für

„Innovationsprojekt der HTL1 Lastenstraße: Bildung trifft auf Zukunftstechnologie"

© Michael Sablatschan

Die HTL1 Lastenstraße als führende technische Schule in Kärnten verknüpft Innovation, Praxis und Ausbildung eng miteinander. Durch die Integration von Photovoltaik, Energiespeicher, E-Mobilität und künstliche Intelligenz entsteht ein lebendiges Lernlabor, das zugleich reale Energieeinsparungen ermöglicht.

Die Energiewende erfordert neue Lösungen für die Erzeugung, Speicherung und Nutzung erneuerbarer Energie. Bildungseinrichtungen spielen dabei eine Schlüsselrolle, da sie junge Menschen auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten. Die Schule etablierte mit dem Projekt „Bildung trifft auf Zukunftstechnologie" ein „Reallabor Energie", in dem Schüler:innen mit Echtzeit-Messdaten, Dashboards und Regelarlogrithmen arbeiten, Prototypen weiterentwickeln und Effekte evaluieren. Schüler:innen erleben dadurch direkte Resultate, sie bauen Kompetenzen für zukunftsorientierte Berufsbilder und werden zu Multiplikator:innen für nachhaltige Technologien.

Drei Projekte für ein adaptives Energiesystem im Live-Betrieb

Die drei Teilprojekt sind modular vernetzt und bilden ein Ganzes. Im Vordergrund steht dabei, praxisnahe Lernumgebungen für Schüler:innen zu schaffen, um Kompetenzen in GreenTech und Digitalisierung aufzubauen.

  • E3@SCHOOL – KI-gestützte, prognosebasierte Ladeinfrastruktur für PV, Speicher und Mobilität: Das Energiemanagementsystem steuert Ladevorgänge PV-orientiert und lastspitzenarm. Erste Simulationen zeigen einen höheren PV-Eigenverbrauchsteil während typischer Unterrichtszeiten sowie glattere Lastprofile bei Ladeereignissen.
  • GREENsChOOLENERGY – Kopplung von Begrünung und PV zur Reduktion von Hitzeinseln bei gleichzeitig stabilen PV-Erträgen, dazu zählt auch das Überwachen von Oberflächentemperaturen, Mikroklima und PV-Leistung. Erste Messreihen deuten auf temperaturbedingte Entlastung der Gebäudehülle bei stabilen PV-Erträgen hin.
  • Intelligente Carports: Schwenkbare PV-Module mit Schnee-Entfernung und Heizsystem für maximale Verfügbarkeit im Winterbetrieb

Das Gesamtprojekt bündelt KI-basiertes Energiemanagement, Photovoltaik, Speicher und E-Mobilität zu einem intelligenten, adaptiven Energiesystem im Live-Betrieb einer Schule. Neu dabei ist die kombinierte Optimierung von PV-Erzeugung, Ladevorgängen und Gebäudeverbrauch in Echtzeit – mit lernenden Aglorithmen (z.B. PV-Ertrags-/Lastenprogrnosen, lastspitzenarme Ladeplanung, Priorisierung nach SoC/Fahrprofil).

Skalierbare Reallabore mit Wirkung

Die drei Teilprojekte zeigen unmittelbare Wirkung durch die Senkung fossiler Energieträger und die innovative Nutzung erneuerbarer Systeme – und leisten einen wichtigen Beitrag zur Smart-City-Strategie Klagenfurts.

Die Konzepte sind darüber hinaus skalierbar – und können über offene Schnittstellen und eine standardnahe Architektur (saubere Mess-/Datenpfade, dokumentierte Betriebslogik) auf andere Schulen und öffentliche Gebäude übertragen werden.

Das hat die Jury überzeugt

Die Jury war vom didaktischen Aspekt des Innovationsprojekts der HTL Lastenstraße begeistert: „Es überzeugt durch praxisnahe Arbeit an Prototypen, ist eine Hands-On Ausbildung, die Curricula verschiedener Unterrichtsschwerpunkte miteinander verschränkt. Es ist beispielhaft für viele andere Projekte zur Reduktion des Fachkräftemangels, es begeistert junge Umsetzer:innen und zeigt was möglich ist".

Weitere Informationen

Monika Auer (ÖGUT-Generalsekretärin), Johannes Schaffer (Energiepark Forschungsstiftung), Theresia Vogel (FORWIT), Anna Keber (Verein zur Förderung der Höheren Technischen Bundeslehranstalt Klagenfurt Lastenstraße), Michael Harasek (Energiepark Forschungsstiftung), Rudolf Kneß (Verein zur Förderung der Höheren Technischen Bundeslehranstalt Klagenfurt Lastenstraße), Michael Hannesschläger (Energiepark Bruck/Leitha). © Katharina Schiffl