Nachhaltiges Frühstück im Wiener Kaffeehaus
Pilotvorhaben zur Einführung eines neuen Produktangebots
Kaffeehäuser bieten ein umfangreiches Frühstücksangebot an, das weit über das klassische Wiener Frühstück (Melange, Buttersemmel, Marmelade, weiches Ei und internationale Presse) hinausgeht. Bisher fanden jedoch Nachhaltigkeitskriterien keinen Niederschlag in der Lebensmittelauswahl der Traditionshäuser.
Ziel dieses Pilotprojektes war es:
- mit ausgewählten Wiener Kaffeehäusern ein nachhaltiges Frühstücksangebot mit biologischen, regionalen und fair gehandelten Produkten zu entwickeln,
- den hoch frequentierten Ort der Meinungsbildung Wiener Kaffeehaus als Ort der Kommunikation für nachhaltigen Konsum zu nutzen,
- ein Betreuungsmodell für die Einführung des „Nachhaltigen Frühstücks“ in Kaffeehäusern zu erproben, evaluieren, optimieren und zu disseminieren.
Im Rahmen des Projekts wurden von der ÖGUT in Kooperation mit GUTESSEN CONSULTING:
- Kriterien für ein „Nachhaltiges Frühstück“ entwickelt,
- Workshops und Verkostungen durchgeführt,
- Betriebe von GUTESSEN CONSULTING individuell beraten (Beschaffung, Logistik, Auslobung, Marketing),
- MitarbeiterInnen von GUTESSEN CONSULTING spezifisch qualifiziert (Service, Einkauf, Küche),
- Kommunikationstools zum Gast entwickelt sowie
- eine Akzeptanzanalyse bei KaffeehausbesucherInnen von der ÖGUT durchgeführt.
Erstmals konnten mit diesem Pilotprojekt sechs traditionelle Wiener Kaffeehausbetriebe gewonnen werden, die unter dem gemeinsamen Slogan „Bio zum Frühstück – Bio, Regional, Fair – so „nachhaltig“ frühstücken Sie nur bei uns!“ ihr eigenes individuelles „Nachhaltiges Frühstück“ anbieten. Im Dezember 2007 bzw. Anfang Jänner 2008 wurde das neue „Nachhaltige Frühstück“ in den Wiener Kaffeehäusern Café Hummel, Café Landtmann, Café Mozart, Café Prückel, Café Sperl und im Café Weimar etabliert.
![]()
Von der ÖGUT wurde im Rahmen dieses Projektes auch eine Akzeptanzanalyse des „Nachhaltigen Frühstücks“ bei insgesamt rund 530 KaffeehausbesucherInnen in allen sechs Kaffeehäusern durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Akzeptanzanalyse wurden Anfang Feber 2008 bei einem Pressefrühstück mit der Umweltstadträtin präsentiert. 90% aller Befragten begrüßen ein Frühstück mit regionalen Bio-Lebensmitteln und fair gehandelten Produkten in ihrem Wiener Kaffeehaus, immerhin über 70% der Gäste möchten es auch gerne selbst ausprobieren.
In einer Feedbackrunde wurden Adaptionen bzw. Erweiterungen des Frühstücksangebotes in den sechs Kaffeehäusern besprochen. Im August/September 2008 wurde eine Kurzevaluierung des Pilotvorhabens durchgeführt. Ziel dieser Befragung der KaffeesiederInnen war es, die weitere Umsetzung des nachhaltigen Frühstücks in den Kaffeehäusern zu erkunden. Die Ergebnisse der Akzeptanzanalyse bei den KaffeehausbesucherInnen spiegelten sich nur teilweise in der Nachfrage wieder. Bei der Umsetzung eines nachhaltigen Frühstücks sahen sich manche Kaffeehäuser vor logistische Schwierigkeiten gestellt. Im Cafe Sperl und im Cafe Prückel steht das nachhaltige Frühstück aufgrund der guten Nachfrage weiter auf der Karte. Doch auch die anderen Kaffeehäuser setzen neue Akzente und bieten einzelne Speisen, wie Bio-Eier, Bio-Gouda oder FAIRTRADE-Kaffee an. Das Cafe Weimar geht noch einen Schritt weiter und arbeitet an der Umsetzung der Kriterien für das Österreichische Umweltzeichen für Gastronomiebetriebe. Dass die KaffeesiederInnen den Aspekt der Nachhaltigkeit in den Betrieb und die Gestaltung der Speisekarten aufgenommen haben, ist ein Erfolg des Pilotprojekts.
Die Pressemeldung und den Endbericht zu diesem Projekt finden Sie im Downloadbereich auf der rechten Seite.
Das Projekt wurde zur Hälfte von der Stadt Wien sowie von Bio Austria und den teilnehmenden Kaffeehäusern finanziert.
Österreichische Gesellschaft
für Umwelt und Technik
Hollandstraße 10/46
A-1020 Wien
Tel +43.1.315 63 93
Fax +43.1.315 63 93-22
E-Mail office@oegut.at
Weiterführende Informationen
Kontakt
Mag.a Andrea Ebner-Pladerer (dzt. in Karenz)
Tel.: 0043.1.315 63 93-26



