Nachhaltige Produkte im Textilhandel
100% nachhaltige Produkte sind noch kaum vorhanden. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Produkten im Handel, die bei bestimmten Kriterien erhebliche Fortschritte gegenüber konventionellen Produkten aufweisen.
Der (Heim-)Textilhandel - als Partner in den Nachhaltigen Wochen – führt eine Reihe von Produkten (Bekleidung, Heimtextilien) im Sortiment, die sich auf gutem Wege in Richtung Nachhaltige Entwicklung befinden.
Das Label-Programm (Heim-)Textilhandel gibt einen Überblick über Label, Marken bzw. Gütezeichen, die auf Produkten im (Heim-)Textilhandel zu finden sind und folgenden Leitlinien entsprechen:
- BIOLOGISCHE PRODUKTION
- UMWELTSCHONENDE VERARBEITUNG
- FAIRER HANDEL
- REGIONALITÄT („Regionale Qualität“)
Labels und Gütezeichen – eine Auswahl
Biologisch angebaute/produzierte Fasern
Analog zu Lebensmitteln können auch Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Hanf oder Wolle aus kontrolliert biologischem Anbau bzw. Tierhaltung (kbA, kbT) stammen. Bei Baumwolle beispielsweise garantiert der biologische Anbau:
- gentechnik-freies Saatgut
- keine chemisch-synthetischen Düngemittel
- keine Pestizide
- keine Monokulturen
- Ernte von Hand ohne hochgiftige Entlaubungsmittel
Die Art der Kennzeichnung am Produkt ist nicht einheitlich, meist finden sich am Etikett Bezeichnungen wie „100% Organic Cotton/Bio-Baumwolle/kbA Baumwolle“ etc. Zu beachten ist, dass sich die Bio-Zertifizierung für Textilien nur auf den Anbau der Faser bzw. bei tierischen Fasern auf die Haltung und Fütterung der Tiere bezieht. Über die weitere Verarbeitung, beispielsweise die eingesetzten Färbemittel, wird keine Aussage gemacht.
GOTS (Global Organic Textile Standard)
Der Global Organic Textile Standard entstand aus einer Initiative von Textil-ProduzentInnen und Zertifizierungsorganisationen und ist der jüngste und bisher ambitionierteste Versuch, ein einheitliches internationales Gütesiegel zu schaffen. Die Kriterien umfassen alle Produktionsschritte und betreffen sowohl ökologische als auch soziale Aspekte: so sind mind. 70% der Fasern aus kontrolliert biologischem Anbau/Tierhaltung, es gelten strenge Einschränkungen hinsichtlich der eingesetzten Verfahren, Stoffe und Materialien, betriebliches Umweltmanagement und Abwasseraufbereitung sowie die Einhaltung sozialer Mindeststandards werden gefordert.
IVN Naturtextil BEST
Das Siegel wird vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) mit Sitz in Deutschland vergeben. Die Kriterien sind weitreichend und umfassen ökologische und soziale Aspekte. 100% der Fasern stammen aus kontrolliert biologischem Anbau/Tierhaltung, die erlaubten Verfahren, Stoffe und Materialien in den Bereichen Veredelung, Ausrüsten, Färben und Drucken sowie Materialverwendung (Accessoires) sind stark eingeschränkt. Betriebliches Umweltmanagement und Abwasseraufbereitung sowie die Einhaltung sozialer Mindeststandards werden gefordert.
Das Label wird auch als IVN Naturtextil BETTER mit etwas weniger strengen Auflagen vergeben (bspw. mindestens 70% der Fasern aus kontrolliert biologischem Anbau/Tierhaltung).
Europäisches Umweltzeichen
Das europäische Umweltzeichen zeichnet EU-weit umweltfreundliche Qualitätsprodukte aus. In Österreich ist das Lebensministerium für die Vergabe des Zeichens verantwortlich. Die Kriterien beziehen sich ausschließlich auf die Verarbeitung und fordern hier die eingeschränkte Verwendung wasser- und luftbelastender Substanzen bei der Faserherstellung und -verarbeitung.
Öko-Tex Standard 100plus
Das Siegel Öko-Tex Standard 100plus tragen schadstoffgeprüfte Textilien (Öko-Tex 100 Zertifzierung), die zusätzlich in umweltbewusst arbeitenden Betrieben hergestellt wurden (Öko-Tex 1000 Zertifzierung).
FAIRTRADE Certified Cotton
Das FAIRTRADE-System ist weltweit das größte unabhängige Zertifizierungssystem für Baumwolle aus Fairem Handel.
Fair gehandelte und mit einem Gütesiegel versehene Produkte werden nach folgenden Kriterien hergestellt:
- Garantierte Mindestpreise über dem Weltmarktniveau und langfristige Abnahmegarantien für ProduzentInnen
- Den Aufbau von Schulsystemen oder medizinischer Basisversorgung mit Prämien ermöglichen
- Kleinbäuerliche Strukturen erhalten
- Durch naturnahe Anbaumethoden Gewässer und Regenwälder schützen
- Kein Einsatz gentechnisch veränderter Substanzen
- Strenge und unabhängige Kontrolle der Ursprungsgarantie
Österreichische Gesellschaft
für Umwelt und Technik
Hollandstraße 10/46
A-1020 Wien
Tel +43.1.315 63 93
Fax +43.1.315 63 93-22
E-Mail office@oegut.at
Weiterführende Informationen
Kontakt
Mag.a Henriette Gupfinger
Tel.: DW 34
Mag.a Susanne Hasenhüttl
Tel.: DW 35
Mag.a Andrea Ebner-Pladerer (dzt. in Karenz)
DIin Julia Elpons (dzt. in Karenz)
