Nachhaltige Produkte im Blumen- und Gartenhandel
100% nachhaltige Produkte sind kaum vorhanden. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Produkten im Handel, die bei bestimmten Kriterien erhebliche Fortschritte gegenüber konventionellen Produkten aufweisen.
Der Blumen- und Gartenhandel führt eine Reihe von Produkten im Sortiment, die durch ihre Produktion bzw. Verarbeitung zur Schonung der natürlichen Ressourcen beitragen. Diese Produkte tragen ein Label/Gütezeichen, das auf die biologische Produktion oder die umweltschonende Verarbeitung dieses Produktes bzw. auf die Herkunft aus fairem Handel oder aus regionaler Erzeugung hinweist.
Das Label-Programm Blumen- und Gartenhandel der Nachhaltigen Wochen gibt einen Überblick über Labels/Gütezeichen für Produkte im Bereich Blumen und Garten, die den Leitlinien
- BIOLOGISCHE PRODUKTION
- FAIRER HANDEL
- UMWELTSCHONENDE VERARBEITUNG
- REGIONALITÄT („REGIONALE QUALITÄT“)
entsprechen.
Umweltzeichen und -labels – eine Auswahl
Biologische Produktion und Verarbeitung
In Österreich werden jährlich rund 45 Millionen € für Schnittblumen ausgegeben, allein zum Muttertag werden 8 Millionen Rosen verkauft. Aber vielen ist nicht klar, dass es bei Pflanzen die gleichen Qualitätsunterschiede gibt wie bei Lebensmitteln. Schnittblumen und Zierpflanzen, wie sie aus dem gängigen Angebot eines Blumengeschäftes bekannt sind, gibt es bisher kaum in biologischer Qualität. Kräuter, Salat- und Gemüsepflanzen sowie Saatgut aus biologischer Produktion sind hingegen in zunehmender Auswahl im Lebensmittelhandel, in Drogeriemärkten, Gärtnereien, Gartencenter bzw. Baumärkten erhältlich.
Für die Natur im eigenen Garten, in der Wohnung oder am Balkon gibt es Erden, Pflanzenschutz- und Pflanzenstärkungsmittel, die für den biologischen Anbau zugelassen sind und ein anerkanntes Bio-Siegel tragen.
Die folgenden Prinzipien liegen der biologischen Landwirtschaft zugrunde und machen die besondere Qualität biologisch produzierter Blumen und Pflanzen aus:
- Frei von Gentechnik
- Natürliche Düngemittel wie Kompost, Mist oder Gründüngung (wechselnde Fruchtfolgen) werden eingesetzt
- Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, stattdessen kommen überwiegend vorbeugende Maßnahmen und Nützlinge zum Einsatz.
- Gut fürs Klima: Der Bio-Anbau spart mindestens ein Drittel CO2 gegenüber dem herkömmlichen Anbau.
- Strengste Kontrollen: Bio-Gärtnereien müssen die Bestimmungen der EU-Bio-Verordnung einhalten und werden jährlich von staatlich autorisierten Kontrollstellen überprüft.
Bioprodukte können Sie an Siegeln erkennen, die häufigsten sind:
- Das Bio-Zeichen der EU
- Das staatliche Bio-Zeichen der AMA
- Das Siegel einer Bio-Kontrollstelle (z. B. Logo der Austria Bio Garantie)
- Das Logo eines Biobauern-Verbandes (z. B.: Bio Austria, Demeter)
- Markenzeichen von Großerzeugern oder Handelsketten (z. B. Natur pur, Ja!Natürlich)
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| EU-Bio | AMA-Bio | ABG | Bio-Austria | Demeter |
Das Österreichische Umweltzeichen
Mit dem Österreichischen Umweltzeichen kann eine Vielzahl von Produkten gekennzeichnet sein. Im Bereich Blumen und Garten wird es für umweltfreundliche Blumengebinde, Gartenmöbel, Werkzeuge und motorbetriebene Geräte, Erden und Pflanzenpflegemittel sowie Zierpflanzen vergeben.
Um das österreichischen Umweltzeichen zu erhalten, muss ein Produkt strenge Auflagen in vielen Bereichen erfüllen:
- Energiesparende Herstellung
- Recyclateinsatz/ NAWARO's
- Rückbaubarkeit
- Verbot von schädlichen Inhaltsstoffen
- Baubiologische Unbedenklichkeit
- Schonung des Deponieraums
- verringerter Landschaftsverbrauch
- geringe/keine Verpackung
- Anforderungen hinsichtlich Emissionen (etwa bei Formaldehyd u.a.)
- Torffrei (schützt die Moore)
- Kreislaufführung organischer Rohstoffe
- Qualitätsanforderungen hinsichtlich Kompost, Rindenmulch, Holzfasern, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate, organische Dünger
Das Prüfzeichen des FSC
Das internationale Prüfzeichen des FSC (Forest Stewardship Council) kennzeichnet Holz und Holzprodukte mit Herkunftsgarantie aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Mittlerweile werden in vielen Gartencentern, Baumärkten und Möbelhäusern FSC-Produkte angeboten, von Bauholz über Werkzeug mit FSC-Holzstielen bis zum fertigen Gartenmöbel. Auch Papierprodukte können zur Gänze oder zu einem ausgewiesenen Anteil aus FSC-Holz bzw. -Holzfasern bestehen.
Besonders bei Produkten aus Tropenholz ist die FSC-Zertifizierung wichtig, um eine nachhaltige Bewirtschaftung der gefährdeten tropischen Urwälder zu garantieren!
FSC-Prinzipien:
- Besitzansprüche, Landnutzungsrechte und Verantwortlichkeiten: klar definiert, dokumentiert, rechtlich verankert
- Rechte der eingeborenen Volksgruppen anerkennen und respektieren
- Soziales und ökonomisches Wohlergehen der Arbeitnehmer und lokalen Bevölkerung langfristig erhalten/vergrößern
- Effiziente Waldnutzung, dadurch langfristig wirtschaftlich tragbar und ökologische und soziale Vorteile
- Erhaltung der biologischen Vielfalt, Ökosysteme, Landschaften, ökologischen Funktionen und Unversehrtheit des Waldes
- Bewirtschaftungspläne angepasst an Betriebsgröße und Bewirtschaftungsintensität
- Kontrolle und Bewertung von Waldzustand, Erträgen der geernteten Waldprodukte, Handels- und Verwertungskette, Bewirtschaftungsmaßnahmen, sozialen und ökologischen Auswirkungen
- Erhaltung von Wäldern mit hohem Schutzwert
- Plantagenbewirtschaftung in Übereinstimmung mit Prinzipien und Kriterien
Deutsches Umweltzeichen „Blauer Engel“
Der Blaue Engel ist die erste und älteste umweltschutzbezogene Kennzeichnung der Welt (seit 1977) und wird vom RAL (Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V.) in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen vergeben. Es werden besonders ökologische Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Garten, Mobilität, Büro, Wohnen und Haushalt, Renovieren und Bauen gekennzeichnet.
Der Blaue Engel fördert sowohl die Anliegen des Umwelt- als auch des Verbraucherschutzes. Die ausgezeichneten Produkte und Dienstleistungen müssen besonders umweltfreundlich sein und zugleich hohe Ansprüche an den Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie die Gebrauchstauglichkeit erfüllen.
Auf dem Umweltzeichen findet sich jeweils ein konkreter Hinweis auf die wichtigsten Umwelteigenschaften des damit gekennzeichneten Produkts (z.B. „weil emissionsarm“, „weil aus Altpapier“).
FAIRTRADE
Der Anteil an fair produzierten und gehandelten Schnittblumen wächst beständig, so wurden 2008 rund 10 % FAIRTRADE-Rosen verkauft. Diese werden auf 19 Blumenfarmen in Kenia und Tansania produziert – unter Sicherung menschenwürdiger Lebens- und Arbeitsbedingungen.
Fair gehandelte und mit einem Gütesiegel versehene Produkte werden nach folgenden Kriterien hergestellt:
- Garantierte Mindestpreise über dem Weltmarktniveau und langfristige Abnahmegarantien für ProduzentInnen
- Den Aufbau von Schulsystemen oder medizinischer Basisversorgung mit Prämien ermöglichen
- Kleinbäuerliche Strukturen erhalten
- Durch naturnahe Anbaumethoden Gewässer und Regenwälder schützen
- Kein Einsatz gentechnisch veränderter Substanzen
- Strenge und unabhängige Kontrolle der Ursprungsgarantie
Flower Label Program (FLP)
FLP-zertifizierte Blumen stammen aus umweltgerechter und menschenwürdiger Produktion, basierend auf folgenden Kriterien
- Existenzsichernde Löhne
- Gewerkschaftsfreiheit
- Gleichbehandlung
- Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit
- Gesundheitsvorsorge
- Verbot hochgiftiger Pestizide
- Verantwortlicher Umgang mit natürlichen Ressourcen
Fair Flowers Fair Plants (FFP)
FFP fungiert als Dachmarke, die bei der Produktauszeichnung auf Kriterien bestehender Labels aus dem Umwelt- und Sozialbereich basiert.
Kernstandards:
- Sozial- und Umweltkriterien in enger Anlehnung an die ILO-Kernarbeitsnormen.
- Regulierung der Verwendung von Pestiziden und Düngemitteln und Kontrolle des umweltschonenden Umgangs mit Ressourcen und Abfall
Österreichische Gesellschaft
für Umwelt und Technik
Hollandstraße 10/46
A-1020 Wien
Tel +43.1.315 63 93
Fax +43.1.315 63 93-22
E-Mail office@oegut.at
Weiterführende Informationen
Info-Block
Mag.a Susanne Hasenhüttl
Tel.: DW 35
DIin Nicole Kajtna
Tel.: DW 35
Mag.a Andrea Ebner-Pladerer (dzt. in Bildungskarenz)
Tel.: DW 29
DIin Julia Elpons (dzt. in Karenz)



