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Empfehlungen zum nachhaltigen Bauen & Wohnen

Baumaterialien und Werkstoffe

Baumaterialien beeinflussen Wohnklima und Lebensqualität in den eigenen vier Wänden. Der richtige Einsatz von Materialien, Farben und Lacken erhöht das Wohlbefinden und schützt gleichzeitig unsere Umwelt.

  • Baustoffe wie Ziegel, Kalkputz und auch Betonsteine sind altbewährte Baustoffe, die das Innenraumklima kaum belasten.
  • klima:aktiv Haus Kriterienkatalog
    Die Bewertung von Gebäuden erfolgt nach einem einfachen 1000-Punktesystem und wird im klima:aktiv Kriterienkatalog definiert. Ein klima:aktiv Haus muß mindestens 700 Punkte erreichen, ein klima:aktiv Passivhaus mindestens 900 Punkte.
    Mehr Infos unter http://www.klimaaktiv.at/article/archive/14309/

Farben und Anstriche im Wohnbereich

  • Anstriche, Farben und Lacke sollten möglichst frei von (flüchtigen organischen) Lösungsmitteln sein. Zwar verbessern diese die Verarbeitungsqualität, können aber in die Raumluft entweichen und die Atemwege reizen. Alternativen wie Acryllacke auf Wasserbasis sind zu empfehlen.
  • Wandanstriche aus Naturstoffen wie Kalk und Lasurfarben aus reinen Pflanzenpigmenten sind relativ unbedenklich, außerdem können die Wände atmen und das Raumklima verbessert sich. Farben auf Silikatbasis sind in dieser Hinsicht genauso zu empfehlen wie offenporige Papier-Tapeten.
  • Bei Holzmöbeln im Innenbereich genügt eine Behandlung mit Bienenwachs oder Leinöl. Arbeitsplatten werden geölt, beanspruchtes Mobiliar imprägniert und anschließend gewachst.

Gesunde Bodenbeläge

Auch das Material und die Verlegungsart von Bodenbelägen beeinflussen das Raumklima.

  • Holzböden mit einer offenporigen Imprägnierung – zum Beispiel mit wasserlöslichen Pflanzenharzen – haben einen positiven Einfluss auf das Raumklima.
  • Unbeschichtetes Linoleum besteht nur aus natürlichen Materialien wie Flachs, Leinöl, Baumharz und Jute. Linoleum ist robust, trittschalldämmend und zudem atmungsaktiv.
  • Wird ein Teppichboden gewünscht, sollte er über einen Naturlatex-Rücken verfügen und verspannt statt geklebt werden. Zum Schutz gegen Käfer und Motten werden Wollteppiche oft mit Insektenmitteln behandelt. Das kann die Gesundheit schädigen, in unseren Breiten ist es nicht immer nötig.

Nachwachsender Rohstoff Holz

Nachwachsende Rohstoffe wie Holz schonen die Ressourcen unserer Erde und sorgen gleichzeitig für ein natürliches, gesundes Wohnklima. Holz reguliert die Luftfeuchtigkeit des Raumes und vermittelt  eine gemütliche, heimelige Atmosphäre. Holz ist als Baumaterial und für die Herstellung von Möbeln sehr gut geeignet. Auch die Entsorgung oder das Recycling von Holz ist einfach und ökologisch unproblematisch, vorausgesetzt eine etwaige Behandlung erfolgte mit natürlichen, ungiftigen Mitteln.

  • Holz ist nicht gleich Holz! Gütesiegel wie das FSC- Zeichen zertifizieren Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, das garantiert umwelt- und sozialverträglich erwirtschaftet wurde. 
  • Bevorzugen Sie heimisches Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. 
  • Zum Schutz der Regenwälder und des Weltklimas sollten besonders bei Tropenholz ausschließlich zertifizierte Produkte gewählt werden.  
  • Möbel aus Massivholz sind zwar teurer, aber wesentlich langlebiger als billige Furniermöbel.
  • Achten Sie darauf, dass das wertvolle Naturprodukt Holz (oder Holzmöbel) mit umweltfreundlichen Anstrichen und Pflegemitteln geschützt wird.
  • Garantie und Informationen liefern Prüfsiegel und Umweltzeichen.

Ökologische Matratzen

  • Aus gesundheitlicher und ökologischer Sicht zu bevorzugen sind Materialien aus kontrolliert biologischem Anbau, mit unbedenklichem Zusatzstoffen und von hoher Haltbarkeit
  • Achten Sie auch beim Kauf Ihrer Matratze auf Gütezeichen wie z. B. das Österreichische Umweltzeichen.
  • Fragen Sie den Händler, ob die angebotenen Produkte schadstoffgeprüft sind.

Zimmerpflanzen und Garten

  • Alternativ zu synthetischen Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln stehen biologische Pflanzenschutzmittel zur Verfügung.
  • Die meisten im Handel erhältlichen Blumenerden enthalten Torf bei dessen Abbau in Jahrtausenden gewachsene Moorlandschaften unwiederbringlich zerstört werden. Verwenden Sie daher torffreie Blumenerde.
  • Kompost, Mist oder organische Dünger versorgen Ihre Pflanzen auf natürliche Weise mit Nährstoffen.

Österreichische Gesellschaft
für Umwelt und Technik
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