Multifunktionales Energiezentrum Deutschlandsberg am Beispiel „Modellsystem Güssing“
Die Gemeinde Deutschlandsberg in der Steiermark hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2015 energieautark zu werden, d. h. genauso viel Energie aus erneuerbaren Energien zu erzeugen wie in der Gemeinde/Region verbraucht wird. Im Rahmen des Projektes wurde untersucht, wie ein solches Vorhaben unter Berücksichtigung der lokalen Rahmenbedingungen technisch, rechtlich, wirtschaftlich und organisatorisch umgesetzt werden kann. Dabei wurden sowohl die Erzeugerseite (zusätzliche Erneuerbare Energien) wie auch die Verbraucherseite (Einsparpotentiale in Haushalten, Gewerbe und Industrie sowie bei öffentlichen Stellen) berücksichtigt.
Die Aktivitäten umfassen:
- Erhebung des Energiehaushaltes der Stadtgemeinde DLBG zwecks technisch-energetischer Optimierung (Rechenmodell) für vergleichbare Regionen,
- Vorbereitung einer gebäudebezogenen Energiebuchhaltung für die Stadtgemeinde,
- Vorbereitungen zur Erstellung eines Energieausweises für Gebäude,
- Ausarbeitung und Umsetzung einer Prioritätenliste zur energetischen Umstellung gemeindeeigener Gebäude auf erneuerbare Energieträger,
- Ausweisung von Vorranggebieten für erneuerbare Energieträger (Biomasse, Insellagen, Solar),
- Erhebung möglicher Einsparmaßnahmen im öffentlichen Raum (z.B. Straßenbeleuchtung),
- Auswertung der Erfahrung der Stadtgemeinde Güssing hinsichtlich "Chancen - Risiken" des Vorhabens für DLBG,
- Ausarbeitung eines Fragebogens an die Haushalte und Betriebe DLBG´s zur Erhebung der möglichen Einsparpotentiale,
- Biomassekraftwerk: Erhebung des Fernwärmebedarfs im Einzugsbereich (Betriebe, Wohnungen mit Elektroheizungen) zur wirtschaftlich-energetischen Optimierung der Anlage,
- Erhebung der thermisch-energetischen Sanierungsmöglichkeiten der Sternsiedlung und der Siedlung Lindenweg (Betreuung der Diplomarbeit von Paul Pfleger - Thema: "Betriebswirtschaftliche Untersuchung von Varianten zur thermischen Sanierung eines Wohnblocks und Ableitung von Handlungsempfehlungen"),
- Umstellung von Insellagen auf erneuerbare Energieträger (Energy Cabin),
- Einrichtung des Energietreffs am Hauptplatz 38 (Eröffnung am 18.11.2006),
- Einrichtung eines Energiestammtisches (1. Energiestammtisch am 08.02.2007),
- Initiierung einer Interessentengruppe „Passivhaus“ mit Informationsveranstaltungen und Exkursionen
- Kooperation örtlicher Bauträger bei der Planung neuer Gebäude bzw. bei der Sanierung in Passivhaus-Standard (Reihenhausanlage sowie Sanierung eines Bürogebäudes)
- Umstellung von Elektroheizungen auf Fernwärmeversorgung (z.B. Hauptschule I),
- Stufenweise Umstellung gemeindeeigener Gebäude auf erneuerbare Energieträger (Seniorenpflegeheim, Koralmstadion, Koralmhalle),
- Energiesparmaßnahmen im kommunalen Haushalt: Die Gemeinde Deutschlandsberg plant zur Zeit die thermische Sanierung der Hauptschule I,
- Errichtung weiterer Biomassekraftwerke zur Wärmebereitstellung für Betriebe (z.B. Baumarkt Wallner) und Einfamilienhaussiedlungen (z.B. an der Leibenfelderstraße),
- Bau von Niedrigenergiehäusern "Am Sonnenhang".
Projektpartner
Konsortialpartner
- Dipl.-Ing. Ottokar Indrak (Ingenieurkonsulent für Raumplanung und Raumordnung, Projektleiter und -auftragnehmer, Wien)
- Stadtgemeinde Deutschlandsberg
- Fa. Liechtenstein Holztreff
- Gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Ennstal (Liezen)
- Gemeinde Kaindorf (Vertreten durch Bürgermeister Friedrich Loidl)
Vertragspartner, Konsulenten
- Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT)
- Technologiezentrum Güssing - Europäisches Zentrum für Erneuerbare Energie
- Technologiezentrum Deutschlandsberg
- Fa. Solar Projects GmbH
- Fa. RENET - Kompetenzknoten Güssing Forschungsinstitut für erneuerbare Energie GmbH
Koordinationsstelle Deutschlandsberg
- Gustav Gründler (Koordinator und Ansprechpartner vor Ort)
- Dipl.-Ing. Paul Pfleger (Diplomarbeit "Betriebswirtschaftliche Untersuchung von Varianten zur thermischen Sanierung eines Wohnblocks und Ableitung von Handlungsempfehlungen" im Rahmen des Projekts)
Enge Kooperation besteht mit dem Land Steiermark, dem LandesEnergieVerein Steiermark, der Lokalen Energieagentur Südoststeiermark bzw. Energieagentur Weststeiermark, der Fa. Bios Bioenergiesysteme GmbH. (Planungen für energetische Biomassenutzung, Graz) und der Fa. Conness (Energieberatungs-, Planungs- und Betriebs GmbH., Graz).
Projekzeitraum
2006 - 2008
Das Projekt wurde gefördert aus der Programmlinie „Energiesysteme der Zukunft“ des BMVIT.
Österreichische Gesellschaft
für Umwelt und Technik
Hollandstraße 10/46
A-1020 Wien
Tel +43.1.315 63 93
Fax +43.1.315 63 93-22
E-Mail office@oegut.at
Weiterführende Informationen
Kontakt
DI Gerhard Bayer
Tel.: 0043.1.315 63 93-16
E-mail: gerhard.bayer@oegut.at

