Kurzbeschreibungen der nominierten Projeke
Kategorie "Frauen in der Umwelttechnik"
DIin Petra Bußwald (akaryon internet | umwelt | förderung)
„Heizcheck mit Familie Grazer” und „CO2-Grobbilanz"
Im Projekt „Heizcheck mit Familie Grazer“ wurde ein großteils grafisch orientiertes Internet-Tool für die Abschätzung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen für die Bereitstellung der Raumwärme entwickelt. Weiterführende Informationen und Beratungsdienstleistungen runden das Angebot ab. Das Tool wird vom Umweltamt der Stadt Graz eingesetzt.
Die CO2-Grobbilanz ist ein Tool für die Abschätzung der Treibhausgas-Emissionen aus den Bereichen Haushalte, Betriebe, Gemeindeobjekte, Verkehr, Landwirtschaft und Abfall einer Gemeinde. Das Tool macht auf Grund der Angaben und allgemeiner statistischer Daten Maßnahmenvorschläge als Planungs- und Entscheidungsgrundlage der Kommune.
Zur Person:
Technische Mathematikerin mit Aufbaustudium technischer Umweltschutz, Forschung und Lehre, Geschäftsführerin im von ihr gegründeten Unternehmen, Nominierung für die FEMtech-Expertin des Monats, Entwicklerin vieler Nachhaltigkeits-Assessment-Algorithmen-Tools
Ing.in Anita Preisler (arsenal research, Nachhaltige Energiesysteme)
„ENERGYbase – Sonnige Bürozukunft”
Entwicklung eines zukunftsweisenden Gebäude- und Energiekonzepts, das im Rahmen des Passivhaus-Bürogebäudes ENERGYbase im 21. Wiener Gemeindebezirkes (7.500m2 Nutzfläche) umgesetzt wurde. Ziel war eine hohe Energieeffizienz, hohen Innenraumkomfort und die optimale Integration von erneuerbaren Energietechnologien (Wärmepumpen, Solare Kühlung, Fassadenintegrierte Photovoltaik) zu erreichen. Grundwasser und Sonne liefern zu 100 % Heiz-und Kühlenergie, Pflanzen und ein intelligentes Tageslichtkonzept sorgen für angenehme Raumverhältnisse.
Projektträger ist der WWFF. Arsenal Research – und damit Anita Preisler als Projektleiterin bei Arsenal – war für die Integration der Erneuerbaren Energieträger, Simulationen und Monitoring verantwortlich.
Zur Person:
HTL Technische Gebäudeausrüstung und Energieplanung, jetzt Master of Building Science, Klima, Engineering (Donau-Uni Krems), dzt. wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Arsenal Research, Technikerin in leitender Position, zahlreiche Publikationen
Kategorie "Österreichische Umwelttechnologie in Mittel-, Ost- und Südosteuropa - Umwelttechnikexportland Österreich"
Central Danube Region Marketing & Development GmbH
„Einspar-Contracting im Olympiabad Balatonfüzfö”
Durch das Projekt wurden die haustechnischen Anlagen (Badewassertechnik, Lüftungsanlagen mit Wärmepumpe, Regelungsanlage und Heizungsanlage) erneuert und die alte Energieversorgung mit Öl/Dampffernleitung auf erneuerbare Energie umgestellt (Hackschnitzelkessel und Einbau der SolaranlageRefinanziert werden diese Maßnahmen aus den erzielten Einsparungen von € 360.000,-- p.a. 850 Tonnen pro Jahr werden durch dieses Projekt an CO2-Emissionen eingespart.
Rabmer Bau- und Installations GmbH & Co.KG
„Grabungsfreie Sanierung d. Abwassernetzwerks in der rumänischen Stadt Craiova”
In diesem Projekt wurden 140 km Kanalrohre per Kamera inspiziert, gereinigt und anschließend 25 km saniert. Zum Einsatz kam die grabungsfreie r.tec®-Schlauchliner Technologie. Dabei wird ein harzgetränkter Filzschlauch in die Rohre eingebracht, wo dieser aushärtet und ein „Rohr im Rohr“ bildet.
Vorteile dieser Technologie sind die Reduktion der Staub- und Lärmbelastung für die Anrainer, die ungleich schnellere Durchführung und die Vermeidung von Verkehrsstaus sowie von LKW-Verkehr, der bei Aufgrabungen durch den Materialabtransport und Neuasphaltierung entstehen würde.
Kategorie "Nachwachsende Rohstoffe und ressourceneffiziente Produktionsprozesse"
Paltentaler Splitt & Marmorwerke GmbH
„Paltentaler Mixolith – das synthetische Konglomerat”
Gegenstand des Projekts war die Entwicklung des Alternativ-Betons „Mixolith“. Statt der karbonatischen Zuschlagsstoffe werden industrielle Restmassen sowie Flugasche aus Feuerungsanlagen verwendet.
Die Eigenschaften des neuen Baustoffs entsprechen den üblichen Anforderungen in technischen Regelwerken. Zum Einsatz kommt er u.a. bei Dammbauten, Hangsicherungen und Deponieabdichtungen.
- 13.000 t Holzasche müssen jährlich deponiert werden, eine Zunahme ist bei vermehrtem Einsatz der Biomasse absehbar. Setzt man die Asche in der Produktion ein, braucht man weniger Deponieflächen,
- Er ist kostengünstig und besitzt hohes Marktpotenzial (realistisch sind 10.000 – 15.000 m³ „Mixolith“ pro Jahr)
- Ascheproduzenten können günstig und ressourcenschonend entsorgen.
- ästhetisch ein Gewinn, da sich das Material rasch begrünt, bei Hang- und Böschungssicherung ein Vorteil gegenüber Wasserbausteinen
Dr. Christoph Burgstaller (Transfercenter für Kunststofftechnik GmbH)
„Neue Wertschöpfung aus Wood Plastic Composites durch Einsatzmöglichkeiten für Spritzgussanwendungen“
Wood Plastic Composites (WPC) sind Verbundwerkstoffe, die aus Holzpartikeln, einer Kunststoffmatrix und Additiven bestehen. Die industriellen Entwicklungen beschäftigten sich bisher vor allem mit der Extrusion von WPC, um Profile herzustellen (zB für Terrassenbeläge). Beim Spritzguss, einer der wichtigsten Verarbeitungswege für Kunststoff, war bisher kaum ein Fortschritt zu verzeichnen.
Spritzguss hat den Vorteil, dass komplexe Bauteile mit hohem Ausstoß gefertigt werden können. Ziel des Projektes war daher die Entwicklung einer geeigneten Rezeptur, welche den Anforderungen für Spritzguss gerecht wird.
Das Hinzufügen von Holz reduziert den Einsatz von Material auf Erdölbasis, die Gewichtsreduktion eröffnet eine hohes Potenzial für den Verpackungs- und Transportbereich.
Kategorie "Partizipation für Nachhaltigkeit: Innovationen und kommunale Projekte"
Büro für Zukunftsfragen - Amt der Vorarlberger Landesregierung
„Dörfliche Lebensqualität und Nahversorgung”
Die Folgen sind Kaufkraftverlust, Abwanderung von Arbeitsplätzen, fehlende Kommunikationsmöglichkeiten, mehr Umweltbelastung durch längere Wege - um nur einige Beispiele zu nennen.
In Vorarlberg wurde deshalb heuer der Verein „Dörfliche Lebensqualität und Nahversorgung“ auf Initiative von 15 Gemeinden gegründet, koordiniert durch das Büro für Zukunftsfragen. In 43 Mitgliedergmeinden wird in Zusammenarbeit mit Interessensvertretungen und Landesverwaltung nun an Bewußtseinsbildungs- und Umsetzungprozessen gearbeitet. Das Prinzip der Selbstorganisation und Übernahme von Verantwortung für den eigenen Lebensbereich stehen dabei im Vordergrund.
Gemeinde Zwischenwasser
e5 energieteam zwischenwasser
„Die Gemeinde als Leuchtturm - Energieleitbild Zwischenwasser“
Gemeinden müssen sich nachhaltig entwickeln. Praktische alle Entscheidungen sind klimarelevant. Die Gemeinde erstellte daher ein Energieleitbild mit einem Umsetzungsplan und Orientierungshilfen für private Bauherren. Zahlreiche Aktivitäten zur Bewußtseinsbildung und Aktivierung schaffen Aufmerksamkeit für die Ziele des Energieleitbildes.
- Ein Ergebnis: der Gesamtstromverbrauch in der Gemeinde, in Haushalten und Gewerbe ist seit drei Jahren rückläufig.
- Die GemeindebürgerInnen kennen ihren Energieverbrauch.Darauf bauen die sog. „Kümmerer“ auf, die ein Jahr lang als „Sanierungs-Coach“ für 5 – 6 sanierungswillige Haushalte fungieren. Eine Ausdehnung dieses Konzepts auf insg. 13 Gemeinden ist geplant.
Österreichische Gesellschaft
für Umwelt und Technik
Hollandstraße 10/46
A-1020 Wien
Tel +43.1.315 63 93
Fax +43.1.315 63 93-22
E-Mail office@oegut.at
