ZERMEG, STENUM GmbH
ZERMEG – Zero Emission Retrofitting of Existing Galvanising Plants
Kurzbeschreibung
In dem Projekt ZERMEG wurde eine Methodik entwickelt, mit der bestehende Galvanikanlagen so betrieben, umgebaut und erweitert werden können, dass sie sich unter möglichst weitgehender Reduktion des Wasser- und Chemikalieneinsatzes betreiben lassen.
Das Projekt wurde gemeinsam mit Partnern aus der Industrie durchgeführt und im Rahmen der Programmlinie Fabrik der Zukunft des bmvit finanziert. Die identifizierten Maßnahmen wurden von den Industriepartnern ummittelbar umgesetzt.
Ziele des Projekts
Mit dem Optimierungsansatz ZERMEG wurde eine Methode geschaffen, mit der sich bestehende galvanische Anlagen systematisch optimieren lassen.
- Ist-Analyse: Messen des Wasserverbrauches und des Chemikalieneinsatzes
- Ist-Analyse: Feststellen der Verschleppung
- Ist-Analyse: Definition des Spülkriteriums
- Vergleichsberechnung: Berechnung des Wasserverbrauches und Interpretation der Abweichung
- Vergleichsberechnung: Berechnung der Chemikalienverbräuche
- Definition möglicher externer Verwertung und Entsorgung und Interpretation der Abweichung
- Definition von möglichen Rückführungen
- Bewertung der Optionen
- Optimierung der Abwasseranlage
Die Methode beginnt mit einer schrittweisen Dokumentation der Anlage in einem Fließbild. Die Erhebung des Wasserverbrauches und des Chemikalieneinsatzes bilden die Grundlage für die Zuordnung der wesentlichen Inputstoffströme zu den Prozessschritten. Durch den Vergleich der Realverbräuche der einzelnen Projektschritte mit den rechnerisch ermittelten Idealwerten lassen sich Punkte aufzeigen, in denen die Ist- und Sollwerte nicht übereinstimmen. Dazu wurde ein Programmpaket entwickelt.
Die wichtigsten Ergebnisse
- Entwicklung eines nachhaltigen Unternehmenskonzeptes und -leitbildes in allen beteiligten Betrieben
- Steigerung der Ressourceneffizienz (Faktor 2 beim Einsatz von Säuren und Laugen, bis zum Faktor 10 beim Einsatz von Wasser (50% Einsparung)
- Reduktion der eingesetzten Chemikalien (bis zu 50%ige Reduktion des Säureeinsatzes
- Optimierung der eingesetzten Prozesse
- Reduktion des Energieeinsatzes
- Aufbau eines mehr oder weniger formalisierten Umweltmanagementsystems
- Schulung der MitarbeiterInnen
Herausforderungen
ZERMEG fokussiert zunächst auf ein detailliertes Verständnis der Vorgänge beim Beizen und Entfetten. Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt bilden neue Ansätze zur Badpflege, zur Standzeitverlängerung und zum Ausschleusen von störenden Verunreinigungen. Die entscheidende Neuerung ist das Einführen eines Backcasting Ansatzes, in dem ausgehend von dem berechneten idealen Prozess für den jeweiligen Betrieb (nach den Grundsätzen der Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit) diejenigen Optimierungsschritte systematisch ermittelt werden, die den Betrieb ausgehend vom Istzustand möglichst nahe an den Optimalzustand heranführen.
Auf www.zermeg.net wurde eine Dokumentation der Fallstudien, der Leitfaden und die Rechenprogramme zur Selbstanalyse für interessierte Unternehmen der breiten Öffentlichkeit auf Deutsch und Englisch zur Verfügung gestellt. Auf die Homepage wurde im Laufe der Jahres 2006 8.500 Mal zugegriffen.

v.l.n.r.: Josef Pröll (Bundesminister), Markus Möller (STENUM GmbH), Christa Kranzl (Staatssekretärin), Rene Alfons Haiden (ÖGUT-Präsident), Herbert Greisberger (ÖGUT-Generalsekretär). Quelle: Armin Bardel
Kontakt
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für Umwelt und Technik
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