Contracting-Preis Energieprofi 2001

Preisverleihung, 28. September 2001
Am 28. September 2001 fand in den Räumlichkeiten der Raiffeisen Zentralbank AG die Verleihung des Contracting-Preises "ENERGIEPROFI 2001" statt.
130 BesucherInnen spendeten Beifall für die elf Preisträger, die Umweltminister Wilhelm Molterer gemeinsam mit ÖGUT-Präsident Dr. Rene Alfons Haiden ausgezeichnet hat. Diese Projekte haben sich das Modell Contracting in vorbildlicher Weise zu Nutze gemacht. Sie zeigen, wie hoch die wirtschaftlichen und ökologischen Potenziale sind, die mit dem Einsatz des Instrumentes Contracting erzielt werden können: 23 der zum Contracting-Preis eingereichten Projekte erbringen zusammen eine CO2-Reduktion von 11.800 Tonnen jährlich, insgesamt wurden mit den Projekten Investitionen von rund 29,8 Millionen EUR ausgelöst. Die Haushalte der betroffenen Eigentümer können sich über jährliche Energieeinsparungen von knapp 1,3 Millionen EUR freuen. Contracting entwickelt sich zu einer Dienstleistung, die genauso selbstverständlich in Betracht gezogen wird wie beispielsweise Leasing: Von der Straßenbeleuchtung bis zur Wohnhausanlage und zum Industriebetrieb kann sie erfolgreich eingesetzt werden.
Kategorie Marketing
Thermoprofit - Qualitätsmarke und Netzwerkbildung, Grazer Energieagentur
Marketing beginnt mit einem einprägsamen Namen.
Thermoprofit ist so einer. Profit durch Wärme. Das klingt so gut, dass niemand etwas dagegen haben kann. Der Begriff erklärt sich von selber und ist nicht so sperrig wie "Contracting, der eigentliche Inhalt, den Thermoprofit öffentlichkeitswirksam verkaufen will.
Thermoprofit ist ein Projekt der Grazer Energieagentur, um Energie-Contracting wirksam anzupreisen.
Die IDEE dahinter wurde im Jahr 1999 entwickelt:
- Schaffung der Marke "Thermoprofit", die für Qualität und garantierte Vorteile steht ·
- Professionelle Vermarktung von Contracting gemeinsam mit Contracting-Anbietern (das "Thermoprofit"-Netzwerk) · Unabhängige Unterstützung und
- Beratung der Gebäudeeigentümer durch die Grazer Energieagentur und weitere Partneragenturen
Marketingstrategien
Die Marke "Thermoprofit" wird durch Direct Mails verbreitet, durch einen Thermoprofit-Newsletter und www.thermoprofit.at, durch Präsenz auf Veranstaltungen, internationalen Tagungen und Messen, durch Info-Packages und Workshops. 50 Beiträge über Thermoprofit wurden in verschiedenen Medien platziert.
Konkrete Erfolge
Thermoprofit-Netzwerk
Fünf Unternehmen haben sich als Thermoprofit-Partner als Generalunternehmer zertifizieren lassen:
- Energiecomfort GmbH Siemens
- Landis & Staefa (Österreich) AG
- Steirische Ferngas AG
- Steirische Fernwärme GmbH
- WDS Wärmedirektservice der Grazer Stadtwerke AG
Thermoprofit-Projekte
Die Grazer Energieagentur unterstützt Gebäudeeigentümer bei der Entwicklung und Durchführung von Thermoprofit-Projekten als unabhängige Beraterin. Diese Serviceleistungen beinhalten: Erarbeitung einer Entscheidungsgrundlage (Grobanalyse des Gebäudes, passendes Contracting-Modell), Beratung bei der Ausschreibung und Angebotsbewertung oder Abwicklung der gesamten Ausschreibung.
13 Projekte wurden bisher intensiv durch die Grazer Energieagentur betreut, darunter ein diesjähriger Preisträger - nämlich die energetische Sanierung einer Grazer Wohnbauanlage durch die Gemeinnützige Grazer Wohnungsgenossenschaft, mit der Steirischen Ferngas AG als Contractor.
![]()
Wilma Mert von der Grazer Energieagentur, BM Wilhelm Molterer
Weitere Infos
Grazer Energieagentur, Kaiserfeldgasse 13/I, A 8010 Graz
Tel. 0316/811848-0, Fax 0316/8118489, E-Mail: office@grazer-ea.at
Kategorie Innovation
ARGE Einsparcontracting Wiener Bundesschulen, Nutzermotivation an Wiener Bundesschulen
Energiesparen als Schulprojekt - das ist der Leitgedanke dieses innovativen Konzepts. An 23 Wiener Schulen sollen die Energiekosten gesenkt werden. Alle Beteiligten - SchülerInnen, LehrerInnen und SchulwartInnen - werden in Projekten, Ideenwettbewerben, Workshops motiviert. Die Motivation läuft nicht nur über die ideelle, sondern auch die finanzielle Schiene: Zwanzig Prozent des Einsparerfolgs fließen in das Budget der einzelnen Schulen.
Projektbeschreibung und Ziele
Im Rahmen eines Contracting-Projekts zwischen dem Unterrichtsministerium, der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), dem Stadtschulrat für Wien und der Arbeitsgemeinschaft der Firmen Energie-Comfort, Landis & Staefa und Siemens sollten die Energiekosten an 23 Wiener Bundesschulen gesenkt werden.
Über die Contracting-Laufzeit von zehn Jahren wird konsequent Nutzermotivation betrieben. Den verschiedenen Akteuren an den Schulen werden Verhaltensmöglichkeiten aufgezeigt und Anreize geboten, sodass sie selber an der Umsetzung von energiesparenden Maßnahmen interessiert sind.
Durchgeführte Aktionen
Energieliga: Ein schulinternes Spiel, das SchülerInnen motivieren soll, den Energieverbrauch der eigenen Klasse zu senken. Im BRG Rahlgasse wurde dies zur Umweltliga ausgeweitet, im RG Glasergasse bildeten SchülerInnen ein Energieteam, das andere Klassen überprüfte. Preis für die konsequentesten Energiesparer: 5000 Schilling für die Klassenkasse
Bei einem Energiespar-Reminder-Wettbewerb wurden Grafiken oder Comics gesucht, die an Türen und Pinwänden angebracht werden können und zum Energiesparen animieren.
SchulwartInnen und LehrerInnen wurden über das Projekt in Workshops informiert.
Energieausstellungen wurden gemacht, Materialkoffer zur Verfügung gestellt, in einem Newsletter über die Aktionen informiert, Ideenwerkstätten veranstaltet und eine eigene Homepage über die neuesten Aktionen und über die am Projekt beteiligten Schulen erstellt: www.ewb.at
Erfolg
Das BRG Rahlgasse ist die einzige Schule des Contracting-Pools, in der aufgrund der guten Voraussetzungen keine baulichen und energetischen Maßnahmen gesetzt wurden. Die erzielten Maßnahmen sind ausschließlich auf die Nutzermotivation zurückzuführen, die an dieser Schule vorbildlich ist:
Im Jahr 1999 wurden 20 Prozent an Wärme und 24 Prozent an Strom eingespart, im Jahr 2000 wurden 38 Prozent an Wärme und 24 Prozent an Strom eingespart.
![]()
Vertreter der Wiener Bundesschulen und des Contractors Landis & Staefa, BM Wilhelm Molterer
Weitere Infos
Landis & Staefa (Österreich) AG, Breitenfurterstraße 148, A 1231 Wien
DI Mark Suer, Tel. 01/80108-437, E-Mail: mark.suer@at.sibt.com
GECON - Einspar-Contracting für kleine und mittelgroße Gemeinden in der Steiermark, LandesEnergieVerein Steiermark (LEV)
Contractor: CONNESS GMBH
In den meisten kleinen und mittleren Gemeinden fehlen das Wissen, das Personal und die finanziellen Mittel, um Objekte energetisch zu optimieren. Darüber hinaus sind die meisten Projekte zu klein, da Contracting erst ab eine Jahresenergierechnung von 300.000 S angeboten wird.
Die innovative Idee
GECON wurde entwickelt, um Contracting für kleine und mittlere Gemeinden nutzbar zu machen: Mehrere Gemeinden schließen sich zu einer Contracting-Ausschreibung zusammen (Pooling) und erreichen so die notwendige wirtschaftliche Größe. Ein Muster-Contracting-Vertrag verringert den bürokratischen Aufwand und die finanziellen Kosten der Anlaufphase.
Die praktische Umsetzung
Unter Anleitung von LEV haben sich fünf Gemeinden in der Steiermark im Frühjahr 2001 zu zwei Pilotprojekten zusammengeschlossen und Pools gebildet.
Für den Pool Oststeiermark (Gemeinden Anger, Gnas und Markt Hartmannsdorf) sowie den Pool Obersteiermark (Irdning und St. Gallen) wurden Angebote von Contracting-Firmen eingeholt, eine Ausschreibung durchgeführt und ein Bestbieter bestätigt. Beide Projekte werden verwirklicht.
Der Nutzen
Ziel war, das Verfahren zu standardisieren und damit für alle Beteiligten effizienter zu machen. Bisher wurden bei der Vorbereitung eines Contractingprojektes oft 50.000 S und mehr pro Contractingobjekt verrechnet - das entspricht bei kleineren Projekten der Jahreseinsparung an Energie. Durch einen klaren Mustervertrag und eine Standardisierung der Ausschreibung sinkt dieser Betrag auf 5.000 S. Der zwischen Gemeinden, Firmen, LEV und Energieverwertungsagentur abgestimmte GECON-Vertrag stellt einen Meilenstein in der österreichischen Contracting-Landschaft dar. Damit können flächendeckend kleinere und mittlere Gemeinden am Contracting-Markt partizipieren.
![]()
BM Wilhelm Molterer, Gerhard Ulz vom LandesEnergieVerein Steiermark
Weitere Infos
LandesEnergieVerein Steiermark, Burggasse 9/11, A 8010 Graz
Geschäftsführer Gerhard Ulz, Tel. 0316/877-3389, Fax 0316/877-3391, E-Mail: office@lev.at
Kategorie Contracting-Projekte
Jugendsporthaus des Landes Steiermark, Schladming, Steirische Fernwärme AG
Die 26 Jahre alte Elektrospeicherheizung war generalsanierungsbedürftig - das war eine gute Gelegenheit für den Eigentümer des Jugendsporthauses, die Steiermärkische Landesregierung, überhaupt ein neues Energiekonzept in Betracht zu ziehen.
Die Lösung: Für die neue Warmwasserzentralheizung wurden Holzpellets als Energieträger gewählt. Der Brennstoff ist ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich interessant. Und überdies wird damit die Wertschöpfungskette Holz in der holzreichen Steiermark sinnvoll genutzt.
Ausgangssituation und Projektziele
Alte Elektrospeicherheizung, elektrische Fußbodenheizung des Schwimmbads großteils defekt, veraltete Beleuchtungskörper, adaptierungsbedürftige Lüftungsanlage im Turnsaal etc.
Durch energetische Sanierung der Liegenschaft sollte eine Reduktion der Betriebskosten erzielt werden. Da die Elektrospeicherheizung ohnehin generalsanierungsbedürftig war, konnten auch andere Energieträger in Betracht gezogen werden. Das Gebäude selber war in gutem gepflegten Zustand. Über eine öffentliche Ausschreibung wurde der Contractor Steirische Fernwärme GmbH gefunden, der eine Bietergemeinschaft mit Siemens, Landis & Staefa eingegangen war.
Die neue Heizzentrale mit einer Wärmeleistung von 500 kW wurde als Containerlösung ausgeführt - das bietet Platz für die Wärmeerzeugungsanlage als auch für den Holzpelletslagerraum. Weitere Maßnahmen waren die Sanierung der Lüftungsanlagen im Turnsaal bzw. neue Lüftung im Schwimmbad, neue Schwimmbadabdeckung, Erneuerung der Beleuchtung.
Contracting-Modell
Bisherige Energiekosten (1999): Strom 1.334.094 S, davon für Wärme 943.511 S
Die Steirische Fernwärme errichtet die neue Heizungsanlage und führt alle anderen energetischen Investitionen und Reparaturen in der Höhe von 6,8 Millionen Schilling durch. Die Laufzeit des Contracting-Vertrags beträgt 15 Jahre. Die Vergütung für Investitionen, Betriebsführung, Wartung und Wärmelieferung erfolgt in jährlichen Raten, die großteils durch die Energieeinsparung gedeckt sind.
Die neuen, vom Contractor garantierten Energiekosten betragen 358.200 S für Strom und 409.469 S für Wärme - was eine Energieeinsparung von 566.500 S jährlich bedeutet; das sind 42 Prozent. Sollten sich höhere Einsparungen ergeben, so werden diese zu jeweils 50 Prozent zwischen dem Auftraggeber und dem Contractor aufgeteilt.
CO2-Reduktion: 357 Tonnen/Jahr
![]()
Heimo Blattner, Projektleiter bei Steirische Fernwärme GmbH, Contractor für das Jugendgästehaus Schladming, BM Wilhelm Molterer; im Hintergrund in der Mitte: Josef Nestelberger von Steirische Fernwärme GmbH
Weitere Infos
Auftraggeber: Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Wartingergasse 43, A 8010 Graz
Ing. Ralf Bertel, Tel. 0316/877-3857, E-Mail: post@fa4b.stmk.gv.at
Steirische Fernwärme GmbH, Neuholdaugasse 56, A 8010 Graz
Josef Nestelberger, Tel. 0316/3603-51052, E-Mail: josef.nestelberger@fernwaerme.com
Heimo Blattner, Tel. 0316/3603-51050, E-Mail: heimo.blattner@fernwaerme.com
Energieeinspar-Contracting Vöcklabruck, Stadtgemeinde Vöcklabruck
Contractor: ABB AG Gebäudesysteme und Infrastruktur
"Wir hatten mehrere alte Schulgebäude, deren Heizungsanlagen nicht mehr dem Stand der Technik entsprachen - wir wollten etwas tun, ohne Kredite aufnehmen zu müssen und das Gemeindebudget zu belasten", sagt Christian Wimmersberger, stellvertretender Leiter der Bauabteilung des Vöcklabrucker Stadtamtes. Die Gemeinde hörte sich um - und hörte, dass Freistadt eine gute Erfahrung mit einem Contractor, nämlich ABB, gemacht hatte. Also wurde ABB eingeladen, ein Konzept für Vöcklabruck auszuarbeiten. Das Konzept überzeugte, der Auftrag ging an ABB.
Ausgangssituation und Projektziele
Das Ziel der Stadtgemeinde Vöcklabruck war, alle Gemeindeobjekte einer gründlichen energetischen Prüfung zu unterziehen und die veraltete, ineffiziente Technik, die mit hohen Energiekosten verbunden war, loszuwerden.
13 Gemeindeobjekte wurden in das Contracting miteinbezogen: von der Straßenbeleuchtung mit 33 Anlagen, der Wasserpumpstation mit 2 Anlagen über Schulen und Kindergärten, Polizei- und Meldeamt, Stadtamt, Städtischer Bauhof bis zum Seniorenheim. "Bei einigen Anlagen konnte sehr viel eingespart werden, bei anderen hätte sich das Contracting für das einzelne Gebäude nicht ausgezahlt", schildert Wimmersberger. "Da wir aber ein Pooling für alle gemeindeeigenen Anlagen gemacht haben, wurden nun alle Anlagen energietechnisch optimiert."
Diese Optimierung umfasst etwa den Einbau von Thermostaten in Klassenzimmern, den kompletten Umtausch aller Lichtquellen auf Energiesparlampen, aber auch die Abdichtung von Holzfenstern und die Isolierung von Geschoßdecken.
Contracting-Modell
Bisherige Energiekosten pro Jahr: Strom 2.362.412 S, Wärme 2.238.225 S
Energiekosteneinsparung: 1.002.939 S jährlich (vertraglich garantiert), das sind 21,8 % der Energiekosten.
CO2-Reduktion: 283,4 Tonnen/Jahr
Wird eine höhere Einsparung erzielt, geht sie zu 50 Prozent an den Contractor und zu 50 Prozent an den Auftraggeber.
Investitionen: 7.965.000 S durch den Contractor ABB, Vertragslaufzeit 10 Jahre
![]()
Hochbau-Abteilungsleiter des Stadtamts Vöcklabruck Christian Wimmersberger, BM Wilhelm Molterer
Weitere Infos
Stadtamt Vöcklabruck, Klosterstraße 9, A 4840 Vöcklabruck
Ing. Christian Wimmersberger, stv. Leiter des Bauamtes, Tel. 07672/760-240
Alois Spalt, Beauftragter für Contracting, Tel. 07672/760-238
ABB AG Gebäudesysteme und Infrastruktur, Industriezeile 42, A 4020 Linz
Ing. Horst Lebschy, Tel. 0732/7650-299
Hallen- und Freibad Simmering
Contractor: Axima Gebäudetechnik GmbH
Ziel der Magistratsabteilung 32 der Stadt Wien war, im Frei- und Hallenbad Simmering die Energiekosten zu reduzieren und die Amortisation der Investitionen in maximal zehn Jahren zu erreichen. Der Gebäudekomplex umfasst mehrere Schwimmbecken, Sauna, Solarium, Dampfkammern und ein Restaurant. Die Wärmeversorgung erfolgt über Fernwärme Wien.
Projektziele
Der Contractor hat die Heizzentrale, sämtliche Heizkreise, die Lüftungsanlagen, Warmwasserbereitung, Garderobenbeleuchtung energietechnisch optimiert. Eine computergesteuerte Regelanlage ersetzt alle vorhandenen haustechnischen Anlagen und ermöglicht die energietechnischen Maßnahmen zur Optimierung.
Auf dem Flachdach wurden 1500 m2 Sonnenkollektoren zur direkten Beheizung sämtlicher Becken und zur Vorwärmung der Kaltwassernachspeisung installiert.
Die ursprünglich geplante Erneuerung der Fenster wurde nicht realisiert, weil sich damit die Amortisation auf 18-20 Jahre erhöht hätte.
Contracting-Modell
Die komplette Investition der energetischen Maßnahmen wurde zu 100 % von Axima vorfinanziert. Die Investitionskosten samt Zinsen betragen 5.628.000 Schilling. Die Vertragsdauer beträgt 7 Jahre. Nach Vertragsende geht die Anlage in das Eigentum des Auftraggebers MA 32 über.
Bisherige Energiekosten: Strom 1.309.334 S, Wärme 2.096.700 S Neue, vertraglich garantierte Kosten: Strom 1.277.834, Wärme 1.324.200 S
Die garantierte Energiekosteneinsparung beträgt 807.000 S jährlich, das sind 23, 7 Prozent. Eingespart wird überwiegend Wärme, Stromverbrauch wird geringfügig reduziert. Wenn eine höhere Einsparung erzielt wird, geht sie zu 100 Prozent an den Contractor.
CO2-Reduktion: 152 Tonnen/Jahr
Die Anlage wurde Anfang April in Betrieb genommen. Die Ergebnisse nach drei Monaten Betrieb zeigten, dass in dieser kurzen Phase bereits 478.000 Schilling eingespart werden konnten - das tatsächliche Ergebnis übertrifft somit die vertraglich garantierte Einsparung.
![]()
Mitarbeiter der Axima Gebäudetechnik, Contractor für das Sommer- und Hallenbad Simmering
Weitere Infos
MA 32, Muthgasse 62, A 1190 Wien
DI Rainer Spurny, Tel. 01/4000-74461
Ing. Franz Zoubek, Tel. 01/4000-74054
Axima Gebäudetechnik GmbH, Leberstraße 120, A 1110 Wien
Josef Paul, Tel. 01/74036-302, E-Mail: paul@sulzer.at
Anerkennungspreise
Solar-Contracting, S.O.L.I.D. Solarinstallation und Design GmbH
Die innovative Idee
Solaranlagen im Geschoßwohnbau werden oft nicht realisiert, weil der Bauträger die Investitionen tätigen muss, der Mieter/spätere Eigentümer aber den Nutzen hat. Solar-Contracting schafft Abhilfe. SOLID plant, errichtet, finanziert und betreibt die Solaranlage.
Die praktische Umsetzung
Im vergangenen Jahr wurden fünf Sonnenkollektoren auf Wohnbauten und Wohnanlagen realisiert: von kleineren Anlagen wie 76 m2 auf Garconnieren in Graz bis zur vergleichsweise riesigen 1056 m2-Kollektorfläche auf einer Wohnanlage in Salzburg, die 374 Wohnungen versorgen wird. Bei zwei dieser Anlagen ersetzt die Solaranlage die bisher mit fossilen Energieträgern vorgenommene Warmwasserbereitung; bei zwei anderen fungiert Biomasse als Zusatzenergie, bei einem Projekt wird der Fernwärmebezug reduziert.
Der Nutzen
- Der Bauträger trägt kein Investitionsrisiko
- Der Solaranlagenbetreiber ist an einem maximalen Solarertrag interessiert und setzt so neue technische Standards.
- Bewohner erhalten ein Gesamtpaket.
- Ängste, ob sich die Anlage jemals rechnet, haben keine Bedeutung mehr, weil ein anderer das Risiko übernimmt.
![]()
Karin Löschnig von der Firma S.O.L.I.D., Graz, BM Wilhelm Molterer
Weitere Infos
S.O.L.I.D. GmbH, Herrgottwiesgasse 188, 8055 Graz
Dr. Christian Holter, Tel. 0316/292840, Fax 0316/29284028, E-Mail: solid@styria.com
Neusiedler AG
Contractor: EVN
Neusiedler ist einer der größten Papierproduzenten Österreichs. Am Standort Theresienthal in NÖ werden ca. 250.000 Tonnen Papier pro Jahr produziert. Für die Papiertrocknung wird viel Energie benötigt. Neusiedler betreibt daher ein eigenes Kraftwerk, in dem pro Stunde 90 Tonnen Dampf erzeugt werden. Der Dampf wird einerseits für die Stromerzeugung verwendet, andererseits für die Heizung der Trocknungsanlagen.
Bei dieser Energieerzeugung fällt Abwärme mit hoher Temperatur an, die derzeit nicht sinnvoll genutzt und stattdessen ins Freie geblasen wird. Diese Abwärme wird nun in einem gemeinsamen Projekt mit dem Contractor EVN sinnvoll genutzt. EVN übernimmt dabei einen Großteil der Investitionen; Neusiedler zahlt seinen Investitionsanteil in Form von Wärmelieferungen.
Die technischen Probleme und ihre Lösungen
Problem 1: Dampf ins Freie Bei der Papierproduktion muss mehrmals täglich, wenn die Papierbahnen abgerissen werden, der Trocknungsprozess für 10 bis 20 Minuten unterbrochen werden. Der in dieser Zeit nicht benötigte, überschüssige Dampf wurde bisher ins Freie geleitet - ca. 1.100 Tonnen pro Monat.
Lösung: Der Dampf wird in einem neugebauten Dampfspeicher mit 350 m3 Fassungsvermögen aufgefangen und als Heißwasser verwendet.
Problem 2: Rauchgase Zur Erzeugung des Dampfes wird Erdgas verbrannt. Die dabei entstehenden Rauchgase wurden bisher mit einer Temperatur von 127° C ins Freie geleitet.
Lösung: Das Rauchgas wird über einen Wärmetauscher zur Herstellung von Heißwasser verwendet.
Projektziele
Das durch überschüssigen Dampf und Rauchgase gewonnene Heißwasser wird als Fernwärme für die Versorgung eines nahegelegenen Krankenhauses genutzt. Dadurch werden 70 Prozent des vom Krankenhaus verwendeten Erdgases eingespart.
Da die Fernwärme speziell im Sommer nicht die gesamte Abwärme aufnehmen kann, wird zusätzlich ein Verbrennungsluftvorwärmer am Dampfkessel installiert. Dadurch reduziert Neusiedler die benötigte Energiemenge um 14.600 MWh bzw. die Energiekosten um 1,8 Mio. S jährlich.
Der CO2-Ausstoß wird um 4.500 Tonnen jährlich verringert, Dampf und Rauchgas werden nicht mehr ins Freie geleitet. Da die Rauchgase bereits für die Heißwasserproduktion abgekühlt werden, wird für einen weiteren Papierherstellungsprozess auch weniger Kühlwasser benötigt.
Contracting-Modell
Energiekosteneinsparung bei Neusiedler AG: 1,8 Mio. Schilling pro Jahr Ein durch Abwärme von Neusiedler AG versorgtes Krankenhaus spart 70 Prozent seines Erdgasverbrauchs. CO2-Reduktion: 4.500 Tonnen/Jahr
Das Investitionsvolumen beträgt 29 Mio. Schilling, wobei der Anteil von EVN 20 Mio. S beträgt und der Anteil von Neusiedler AG 9 Mio. S, die wiederum durch Wärmelieferungen an EVN bezahlt werden.
![]()
Josef Wischenbart von der Neusiedler AG, BM Wilhelm Molterer
Weitere Infos
Neusiedler AG, Kelsenstraße 7, A 1032 Wien
bzw. DI Josef Wischenbart, Schießstattgelände 4, 3363 Ulmerfeld-Hausmening, Tel. 07475/500-2442
EVN, EVN Platz, A 2344 Maria Enzersdorf
DI Henning Meyer, Tel. 02236/200-12209
Wohnhausanlage Daungasse, Asperngasse, Waagner-Biro-Straße, Gemeinnützige Grazer Wohnungsgenossenschaft
Contractor: Steirische Ferngas AG
Die Aufgabe war eine Herausforderung: In den 60er Jahren gebaute Wohnanlagen mit dementsprechend schlechter Wärmeisolierung und veralteten Heizungen sollten so saniert werden, dass die sozial bedürftigen MieterInnen keinesfalls mit Mehrkosten belastet werden.
Dies gelang mit einer Kooperation zwischen dem Wohnbauträger, der Industrie (dem Contractor) und einem Ideenlieferant, der Grazer Energieagentur, die für weitere Sanierungen beispielgebend wirken könnte. "Wurden die Erwartungen erfüllt?" wird der Gebäudeeigentümer und Auftraggeber, die Gemeinnützige Grazer Wohnungsgenossenschaft, gefragt. Die Antwort: JA!
Ausgangssituation und Projektziele
Eine Wohnhausanlage, bestehend aus drei Gebäuden, die um eine gemeinsame Grünanlage gruppiert sind, sollte umfassend saniert werden. Die Gebäude wurden in den 60er Jahren gebaut und waren in einem dementsprechend schlechten energetischen Zustand.
Schlechte Wärmeisolierung: 30 cm dicke Vollziegelwände, einfachverglaste Fenster, oberste Geschoßdecke aus Stahlbeton ohne Dämmung; Heizung meist durch Einzelöfen, die mit Kohle, Öl, Holz beheizt wurden oder Elektroheizungen bzw. Gasetagenheizungen.
Die Wohnungen werden überwiegend von sozial bedürftigen Menschen bewohnt, die durchschnittliche Wohnungsgröße liegt bei 50 m².
Die dringend notwendige Sanierung sollte keinesfalls die Kosten für die Mieter erhöhen.
Projektrealisierung
Gemeinsam mit der Grazer Energieagentur als Ideengeber und der Steirischen Ferngas AG als Contractor wurde eine ganzheitliche und umfassende Sanierung realisiert.
Bauliche Maßnahmen: Austausch der Fenster, Dämmung der gesamten Gebäudehülle mit 8 cm dicker Mineralwolle an den Außenwänden, 20 cm an der obersten Geschoßdecke, 8 cm an der Kellerdecke; Heizungsumstellung auf zentrale Wärmeversorgung, Optimierung der Haustechnik, Solarunterstützung zur Warmwasserversorgung, Energiecontrolling, Informationen über richtiges Heizen und Lüften für die BewohnerInnen
Contracting-Modell
Das Projekt wurde durch Contracting und das erstmalige Nutzen einer Gesetzesänderung erst möglich gemacht.
Garantierte Einsparung pro Jahr: 337.200 S
CO2-Reduktion: 405 Tonnen/Jahr
Bei Mehreinsparung erhalten Auftraggeber und Contractor jeweils die Hälfte der Einsparung.
Investitionsmodell: Insgesamt rund 30 Mio. S, Anteil der energetischen Maßnahmen und der Heizungsumstellung rund 17 Mio. S; Vertragslaufzeit: 15 Jahre mit Verlängerungsoption um weitere 7 Jahre
![]()
Boris Papousek von der Grazer Energieagentur, ÖGUT-Präsident Rene Alfons Haiden, Wilma Mert von der Grazer Energieagentur, BM Wilhelm Molterer
Weitere Infos
Auftraggeber: Gemeinnützige Grazer Wohnungsgenossenschaft, Neuholdaugasse 5, A 8010 Graz
Giulio Insam, Tel. 0316/8027-120
Contractor: Steirische Ferngas AG, Gaslaternenweg 4, A 8010 Graz
Gerhard Turneretscher, Tel. 0316/476-58851
Fachliche und organisatorische Betreuung: Grazer Energieagentur, Kaiserfeldgasse 13/I, A 8010 Graz
DI Gerhard Bucar, Tel. 0316/811848-13
Öffentliche Beleuchtung Hainburg/Donau, Ökoplan GmbH
Die Gemeinde Hainburg wünschte mehr Licht für die Bevölkerung, eine Erhöhung der Sicherheit und die Reduzierung der Instandhaltungskosten.
Der Contractor Ökoplan übernahm die Errichtung der neuen Straßenbeleuchtung.
Technische Lösung
Die bestehenden 1072 Leuchten wurden durch neue ersetzt.
Eingesetzt wurde neueste Leuchtmitteltechnologie: Kompaktleuchtstofflampen, Natriumdampf-Hochdrucklampen, spezielle Spiegeltechniken. Reduktion des Wartungsaufwandes durch höhere Lebensdauer und dichte Leuchtengehäuse, Koordination der Energieabrechnung.
Contracting-Modell
Bisherige Stromkosten pro Jahr: 640.000 S
Plus Instandhaltungskosten: 122.000 S + UST
Einsparung bei Stromkosten und Instandhaltung: 338.760 S, das sind 42 Prozent.
CO2-Reduktion: 80.982 kg/Jahr
Die Investitionen betragen 2.715.000 Schilling und werden zur Gänze von Ökoplan getragen.
![]()
Alexander Petz, Geschäftsführer von Ökoplan GmbH, Wien, BM Wilhelm Molterer
Weitere Infos
Ökoplan GmbH, Mariahilfer Straße 57-59, 1060 Wien
Geschäftsführer Alexander Petz, Tel. 01/588 56-16, E-Mail: alexander.petz@oekoplan.at
Energieeinspar-Contracting St. Georgen/Gusen, Marktgemeinde St. Georgen an der Gusen
Contractor: ABB AG Gebäudesysteme und Infrastruktur
"Die alte Elektroheizung der Volksschule - das war unser Problemkind", schildert Bürgermeister Rudolf Honeder. Schon bei den ersten Publikationen über Energieeinspar-Contracting ließ Honeder prüfen, ob dies auf die Volksschule anwendbar wäre. Doch die Information lautete, dass solche Projekte erst bei Energiekosten von mehr als einer Million S wirtschaftlich seien - und soo teuer war die Elektroheizung der Volksschule dann doch wieder nicht.
Erst als die Gemeinde mehrere Bereiche in das Energie-Contracting einbezog - die Volksschule wie das Pflegeheim, die Straßenbeleuchtung und die Freibadanlage, die Landesmusikschule und das Gemeindeamt, lagen die Gesamtenergiekosten bei 2,2 Millionen Schilling jährlich - dies machte die Realisierung eines Gesamtprojekts sinnvoll.
Projektbeschreibung und Ziele
Neun Anlagen der Marktgemeinde St. Georgen sind in das Contracting-Projekt einbezogen: Die aus dem Jahr 1973 stammende Elektroheizung der Volksschule wurde durch eine Gasheizung ersetzt; Hauptschule und Musikschule erhielten moderne Regelungen, um die Heizzeiten individuell zu steuern; Freibad und Wasserpumpstation wurden mit Pumpenregelungen ausgestattet; bei der Straßenbeleuchtung wurden energetisch effiziente Lampen eingesetzt; im Kindergarten und im Seniorenwohnheim die Heizung optimiert.
Das ist die technische Seite, die Hardware des Contracting. Mindestens so wichtig war es, die verantwortlichen Personen für die Heizungsanlagen auf das Ziel der Energieoptimierung einzustimmen. "Durch das Energiecontrolling wird das vor Ort arbeitende Personal dazu aktiviert, bei Wartung und Betrieb ihren Beitrag für die Einsparziele zu leisten", schildert Bürgermeister Honeder. "Der Contractor hat finanzielle Anreize für das Personal geschaffen, bei darüber hinausgehenden Energieeinsparungen auch mitpartizipieren zu können."
Contracting-Modell
Bisherige Energiekosten pro Jahr: Strom 1.384.424 S, Wärme 771.187 S, Summe 2.155.611 S
Energiekosteneinsparung: 519.502 S jährlich (vertraglich garantiert), das sind 24,1 % der Energiekosten.
CO2-Reduktion: 160 Tonnen/Jahr
Wird eine höhere Einsparung erzielt, gehen 60 Prozent an den Auftraggeber und 40 Prozent an den Contractor. Der Contractor zahlt davon Anerkennungsprovisionen an jene Personen, die für das Erreichen der Energiesparziele verantwortlich sind.
Investitionen: Investitionsvolumen 5.058.000 S (inkl. Mwst.), davon rund 1,9 Mio. S Eigenmittel der Gemeinde St. Georgen Vertragslaufzeit: 5 Jahre + 5 Monate
![]()
ÖGUT-Präsident Rene Alfons Haiden, Peter Plank, Contracting-Projektleiter der Gemeinde St. Georgen an der Gusen (OÖ), BM Wilhelm Molterer
Weitere Infos
Marktgemeindeamt St. Georgen/Gusen, Marktplatz 12, 4222 St. Georgen/Gusen
Contracting-Projektleiter Peter Plank, Tel. 07237/2255-210
ABB AG Gebäudesysteme und Infrastruktur, Industriezeile 42, 4020 Linz
Ing. Horst Lebschy, 0732/7650-299
Österreichische Gesellschaft
für Umwelt und Technik
Hollandstraße 10/46
A-1020 Wien
Tel +43.1.315 63 93
Fax +43.1.315 63 93-22
E-Mail office@oegut.at
Weiterführende Informationen
Kontakt
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Themenleiterin
Monika Auer
Tel.: ++43.1.315 63 93-17
E-Mail: monika-auer@oegut.at



